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Die Stadt
Wörgl liegt geographisch gesehen im Unterinntal, am Eingang des
Brixentales. Mangels größerer Vorkommen an Quellwasser
im erschließbaren Umfeld des Stadtgebietes, wurde rechtzeitig erkannt,
dass auch der Inntalgrundwasserstrom ein ergiebiger und verlässlicher
Bestandteil der Trinkwasserversorgung sein kann. Es handelt sich bei
diesem Grundwasser um ein mittelhartes
Wasservorkommen, mit keinerlei sonstigen, nicht verträglichen
Inhaltstoffen und bakteriologisch einwandfreien Befunden. |
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Die
Erschließbarkeit des Grundwasserstromes war aufgrund der nicht
verbauten landwirtschaftlichen Grünflächen im Westen des
Gemeindegebietes, im so genannten Ortsteil Lahntal, ohne Probleme
möglich. In den 70er Jahren wurde dort der erste Tiefbrunnen,
ein Horizontalfilterbrunnen, mit einer Tiefe von 19m, einem
Brunnendurchmesser von 3m und 3 Förderpumpen errichtet. Derzeit ist
die Versorgung mit Trinkwasser durch die in
den Jahren 1999 und 2000 erbauten Tiefbrunnen Stangl I und Stangl II,
mit einer Fördermenge von je 50 l/sek, sowie dem Tiefbrunnen Angath,
Förderleistung 16 l/sek. und den Quellen Oberau, Pinnersdorf und
Sonnberg, zusammen ca. 10 bis 35 l/sek Quellschüttung, gesichert.
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Quellwasser
wurde bereits Mitte der 20-er Jahre aus dem angrenzenden Seitental
Wildschönau (Quelle Oberau) genützt. In den 50-er Jahren wurden die so
genannten Pinnersdorfer Quellen erschrotet. Diese Quellfassungen sind
auch heute noch in Betrieb, die Gebäude wurden zum Teil in den letzten
Jahren erneuert oder saniert. Das Mischungsverhältnis Quellwasser und
Grundwasser ist jahreszeitlich bedingt
unterschiedlich, im Mittel kann man jedoch von 2/3 Grundwasser und 1/3
Quellwasser ausgehen. |
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Bei
der Wasserversorgung hat die
Wasserspeicherung eine besondere Bedeutung. Ob der
Verbrauchsschwankungen im Versorgungsgebiet Ist ein Ausgleich zwischen
Wasserangebot und Wasserbedarf notwendig. Dieser Ausgleich wird durch
Trinkwasserbehälter erreicht. Die Speicherung des geförderten
Trinkwassers erfolgt hauptsächlich in den Hochbehältern
Hennersberg I und II, 2. Zusätzlich sind zwei kleinen Hochbehälter
für die Versorgung kleinerer Ortsteile in Verwendung. |
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Bei einem
Tagesverbrauch von derzeit ca. 3.000 m³ wurde 2006 einen zusätzlichen
Hochbehälter errichtet, um im Ernstfall auch die gesetzlich
vorgeschriebene Löschwassermenge - im gesamten Versorgungsbereich
stehen über 165 Hydranten zur Verfügung - einwandfrei
bereitstellen zu können. Darüber hinaus sorgen auch diese Speicher für
die erforderliche konstante Druckstabilität. Als weitere
Sicherheitsmaßnahme können die Tiefbrunnenpumpwerke durch die
Bereitstellung von Notstromaggregaten auch bei einem eventuellen
Stromausfall betrieben werden. |
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Dass
einwandfreies
Quellwasser
äußerst umweltfreundlich zur Verbesserung der Energieversorgung der
Stadt beitragen kann, beweist das
Trinkwasserkraftwerk Hennersberg. Anstelle von Druckreduzierern
wandelt eine Turbine den hohen Wasserdruck in Energie um. Dort wird
die Druckenergie dazu genutzt, Ökostrom zu produzieren. Die gewonnene
elektrische Energie wird in das örtliche Stromverteilernetz
eingespeist. Danach wird das Trinkwasser ohne
geringste Abstriche an Sicherheit, Zuverlässigkeit und Qualität ins
Leitungsnetz eingespeist. |
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In der
Kette der Anlagen von der Gewinnung bis zum Verbraucher hat das Rohrnetz
eine besondere Bedeutung. Cirka drei Viertel des Anlagevermögens der
Wörgler Wasserversorgungsanlage entfallen auf das Rohrnetz.
Die Wartung,
Instandhaltung, Erneuerung und der Neubau des
Rohrnetzes
- von 1996 bis 2006 wurden im Versorgungsgebiet von Wörgl nicht
weniger als 30 km Wasserleitungen ausgetauscht
bzw. neu verlegt - füllt ein wesentlicher Anteil im Betriebsaufwand.
Die Trinkwasserverteilung erfolgt über ein 65 km langes Verteilnetz - Dazu
kommen noch ca. 20 km an Hausanschlussleitungen - mit einem
Leitungsdruck von ca. 5-6 bar. Dieses Rohrnetz besteht aus
Transport-, Versorgungs-
und Hausanschlussleitungen und variiert im
Durchmesser von 80 bis 300 mm. |
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Der
überwiegende Teil der Verteilleitungen in den Dimensionen 80, 100
und 150 mm wurde bis in die 80er Jahre in Stahl
und Grauguss verlegt. Ab den 80er Jahren wurden die relativ
empfindlichen Graugussrohre durch die hochwertigen, zugesicherten
Sphärogussrohre ersetzt. Seit Mitte
der 90er Jahre werden die Wasserleitungsrohre aus Sphäroguss und
Stahl bereits werksseitig mit einer innenseitigen Zementbeschichtung
versehen. Der Grund dafür ist der Korrosionsschutz
und die Verminderung von wasserbedingten Ablagerungen.
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Für Hausanschlussleitungen
und kleinere Verteilleitungen werden vom Wasserwerk nur noch
Kunststoffleitungen (Polyethylen) eingebaut. In
jahrelanger Arbeit ist es gelungen, die
Wasserverluste drastisch zu senken. Gelungen
ist dies durch laufende Netzüberprüfungen mit Durchflussmessungen in den
Nachtstunden, Einsatz des Korrelators und nachfolgende
Reparaturarbeiten und Austausch der defekten Leitungen. Diese Maßnahmen müssen
kontinuierlich durchgeführt werden, sonst besteht die Gefahr einer Rückkehr zu
hohen Verlustraten. |
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Wörgl
verfügt derzeit über eine ausreichende Menge an qualitativ hoch
stehendem Trinkwasser. Reserven liegen in der
Kapazität des Grundwasserkörpers, dem am Standort Stangl noch ein
weiterer, zusätzlicher Tiefbrunnen zugemutet werden könnte. Zur Zeit
wird ein mittel- und langfristiges Konzept erarbeitet, welches unter
Berücksichtigung des Bevölkerungszuwachses und der noch zu erwartenden
Gewerbebetriebe, eine rechtzeitige Reaktion ermöglichen soll. |
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Das Wörgler
Trinkwasser ist ein Mischwasser aus
Quell- und Grundwasser
und kann auch heute noch ohne jegliche Vorbehandlung an die Bevölkerung
weitergegeben werden. Die Wassertemperatur
beträgt ca. 9-10 °C. Das Wörgler Wasser wird -
aufgrund seiner Reinheit und chemischen Beschaffenheit - ohne
Aufbereitungsmaßnahmen oder sonstige Zusätze direkt dem Konsumenten zur
Verfügung gestellt. Dennoch steht das Wörgler Trinkwasser unter strenge
Beobachtung. |
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Im
Gebäude der Stadtwerke zentralen Schaltwarte werden alle Außenanlagen
ständig elektronisch überwacht, die wichtigen Betriebszustände und
mögliche Störungen der Brunnen,
Behälter und Drucksteigerungsanlagen werden
systematisch angezeigt. Qualitätsmäßig wird auch streng kontrolliert.
Eigenkontrollen werden laufend durchgeführt und zusätzlich wird die
Qualität des Trinkwassers den Vorschriften
entsprechen 4x jährlich vom Hygienischen Institut der Universität
Innsbruck überprüft. Die Befunde bestätigen bisher stetig eine
einwandfreie Trinkwasserqualität. |
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Das
ausgewiesene Schutz- und Schongebiet für die
Brunnen
und Quellen hat sicher viel dazu beigetragen.
Auch der überaus günstige Bodenaufbau, mit einer dicken, dichten
Bodenschicht über dem Grundwasserleiter, stellt sich als sehr
vorteilhaft zur Verhinderung von Verunreinigungen des
Grundwassers heraus. Im Bereich der neuen
Tiefbrunnen Stangl I und II konnte das notwendige Schutzgebiet käuflich
erworben werden. Ein entsprechendes Schutz- und Schongebiet wurde für
die Quelle Oberau ausgewiesen. Die Größe des Schutzgebietes
beträgt ca. 4,5 ha. |
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