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Wasser ist Leben.

Umfeld

Die Stadt Wolfsberg liegt geographisch gesehen mitten im Lavanttal. Dieses ist für seinen geringen Niederschlag bekannt. Die relative Niederschlagsarmut ergibt sich durch die inneralpine Beckenlage. Durch die Randgebirge kommt es größtenteils schon zum Abregnen der Niederschläge jenseits der Gebirgsgrenzen.

Die verwitterten und versandeten Glimmerschichten des nächstumgebenden Urgebirges nehmen zwar die Niederschlagswässer rasch auf, geben sie jedoch sehr langsam - zum großen Teil durch Verdunstung - ab. Die Bildung größerer Quellen oder Gewässer wird dadurch verhindert.

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Das benötigte Trinkwasser gewinnt die Wolfsberger Stadtwerke GmbH - Abteilung Wasser zu 99% aus reinem Quellwasser aus den Quellgebieten Koralpe, Saualpe, Leiwald - Klippitz und Arling - Kötsch. Da die Schüttungen der einzelnen Quellen meist gering sind und zudem starke Schwankungen aufweisen, muss man mit entsprechendem Aufwand auf viele Quellen zugreifen.

Die Anlagen der Trinkwasserversorgung Wolfsberg werden daher aus insgesamt nicht weniger als 77 Quellen (ausschließlich Karstquelle) gespeist. Die bisher durchschnittliche Mindestschüttung von 68 Liter/Sekunde wurde mit dem Großprojekt Quellfassungen im Bereich Arling - Kötsch mit einer bewilligten Konsenswassermenge von 30 Liter/Sekunde praktisch verdoppelt.

Für Engpässe sind die Stadtwerke aber auch gut gewappnet: Drei Tiefbrunnen stehen als reine Notversorgung zur Verfügung und zwischen der „Koralpenwasserversorgungs GmbH" und der Stadtwerke GmbH besteht ein Kooperationsvertrag, welcher zusätzliches Trinkwasser sichert. Zudem ist die Stadtgemeinde Wolfsberg Mitglied des Wasserverbandes Verbundschiene Lavanttal. Hier steht auch bei Wasserknappheit eine gewisse Wassermenge zur Verfügung. All diese Maßnahmen sollten ausreichen, um in extremen Notsituationen eine einwandfreie Versorgung gewährleisten zu können.

Da der Wasserbedarf selten gleichmäßig über den Tag verteilt ist, ist ein Ausgleich zwischen Wasserangebot und Wasserbedarf ständig notwendig. Dieser Ausgleich wird mittels 5 Hochbehältern erreicht - der letzte wurde bei der Inbetriebnahme der Arling - Kötsch Quellgruppe gebaut -, welche über 5.500 m3 Wasser speichern. Insgesamt übersteigt die gespeicherte Menge den Tagesbedarf der Stadt an Trinkwasser. Darüber hinaus sorgen 16 kleine Hochbehälter bis 100 m³ Inhalt und 15 Drucksteigerungs- und -reduzieranlagen für eine reibungslose Trinkwasserversorgung auf den höchsten Erhebungen und in den tiefsten Lagen. Der durchschnittliche Betriebsdruck liegt zwischen 5 und 8 bar.

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Sämtliche Anlagen (Hochbehälter, Quellstuben und Pumpstationen) werden laufend vom Wasserteam kontrolliert und die Behälter mindestens 1x jährlich gründlich gereinigt. Für Löschwasserzwecke sind 394 Hydranten installiert. Nach der Gewinnung aus den weit verzweigten Quellgebieten und der Speicherung wird das Trinkwasser in das Versorgungsgebiet verteilt. Rund 85 % der Bevölkerung sind an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen.

Die Wasserverteilung erfolgt über ein mehr als 300 km langes Rohrnetz. Die Auswahl, sowohl der Materialen als auch der Dimensionen dieser Rohrleitungen erfolgt den technischen Richtlinien entsprechend sehr gewissenhaft. Das Rohrnetz besteht hauptsächlich aus weit verzweigten Ringleitungen und beinhaltet Transport-, Versorgungs- und Anschlussleitungen und variiert im Durchmesser von 50 mm bis 300 mm.

Als Rohrmaterialien wurden Graugussrohre mit Einbaudatum 1902 - die vor über 100 Jahren verlegten Rohre der Transportleitung Koralpe befinden sich in einem ausgezeichnetem Zustand - Faserzementrohre (1965) und Stahlrohre (1955) verwendet. Seit 1965 werden hauptsächlich PE- und PVC-Wasserleitungsrohre verlegt. Im schwierigen Gelände (Quellzu- und Transportleitungen) und im Bereich von Bachunterfahrungen gelangten in den letzten Jahren auch schubgesicherte GGG-Rohre zum Einsatz.

Da in jedem Rohrnetz Leckstellen auftreten können, werden laufend Kontrollen und Überprüfungen des Wasserleitungsnetzes sowie an den Verbraucheranlagen der Haushalte im Zuge der jährlichen Wasserzählerablesung (z.B. verstecktes Tröpfeln durch undichte Wasserhähne, Rinnen der Spülkästen) durchgeführt. Weitere Kontrollen erfolgen durch die monatliche Ablesung der Großwasserzähler. Das Orten von auftretenden Rohrbrüchen wird mittels hochtechnischen Geräten (z. B. Korrelatoren) vorgenommen, um sie dann unverzüglich reparieren zu können.

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Die Überwachung der gesamten Wasserversorgungsanlage erfolgt Tag und Nacht durch die Fernwirkübertragungsanlage in der Warte im Wasserwerk. Mit dieser „Fernwirkanlage" ist es auch möglich, nur jene Trinkwassermengen aus den Quellgebieten in die Versorgungsgebiete abzuleiten, welche tatsächlich benötigt werden, damit das ökologische Gleichgewicht im alpinen Raum so wenig als möglich gestört wird. Qualitätsmäßig wird streng kontrolliert.

Eigenkontrollen werden laufend durchgeführt; zusätzlich werden Probeentnahmen regelmäßig von einer behördlichen Anstalt untersucht. Das Wolfsberger Wasser wird ohne Aufbereitungsmaßnahmen direkt dem Konsumenten zur Verfügung gestellt. Als Sicherheits- bzw. Vorsorgemaßnahme wird das Wasser der drei Tiefbrunnenanlagen mit UV-Licht, ein rein physikalisches Verfahren, entkeimt. Dieses wird, wie bereits erwähnt, nur zur Notversorgung herangezogen.

Um die Qualität der kostbaren Ressource Wasser für die Zukunft zu sichern wurde für sämtliche Quellfassungen ein engeres und weiteres Quellschutzgebiet festgelegt, wobei das engere Quellschutzgebiet mit einer entsprechenden Einfriedung umgeben ist. Die Stadtwerke sind zwar nicht Eigentümer aller engeren Quellschutzgebiete, eine Bewirtschaftung ist hier jedoch ausnahmslos verboten. Die weiteren Schutzgebiete bestehen aus Wald- und Weideflächen, wobei die Weideflächen nur in den Sommermonaten genutzt werden.

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