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Geschichte

Obwohl das Wasser lang eine wichtige Rolle in der Donaustadt spielte ist eine zentrale Wasserversorgung in Tulln eine ziemlich späte Errungenschaft. Mit dem Bau der Wasserversorgungsanlage wurde erst im letzten Jahrhundert, Anfang der sechziger Jahre begonnen. Bis zu dieser Zeit bezog die Tullner Bevölkerung ihr Trinkwasser überwiegend aus Brunnen und wahrscheinlich auch aus Oberflächengewässer, nämlich der Donau. Die Nordseite der Stadt öffnete im Mittelalter das „Tränktor" (auch Wassertor genannt).

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Die Bevölkerungsexpansion war ausschlaggebend dafür, dass die Errichtung einer zentralen Wasserversorgung entschieden wurde. Die erste Baumaßnahme für das neu zu errichtende Wasserwerk war die Grundstückseinlösung und Einzäunung des Brunnenschutzgebietes. Die weiteren Baumaßnahmen waren die Errichtung von drei Brunnenanlagen mit den dazugehörenden Tiefbehältern, die je ein Fassungs­vermögen von einer Million Liter haben.

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Der Konsens für die Wassergewinnung der Brunnen war anfangs mit 30 Sekunden-Liter limitiert. Die Versorgungspumpen im errichteten Pumpenhaus hatten eine maximale Fördermenge von 50 Liter pro Sekunde. Die Elektropumpen, die die Wasserpumpen antrieben, hatten eine Leistung von je 25 PS. Der weitere Ausbau erfolgte durch die Verlegung der Wasserleitung im Stadtgebiet (ca. 30 Kilometer). Nach der Fertigstellung der Hausanschlussleitungen und nach dem Einbau der Wasserzähler konnte 1965 der Betrieb aufgenommen werden. Sehr bald erwies sich die gerade errichtete Versorgung als ungenügend.

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Das stetige Wachsen der Stadt erforderte einen Ausbau des Wasserwerkes. Die Pumpen in den Brunnenanlagen wurden vergrößert und die Konsensmenge des Wasserbezuges verdoppelt. Die alten Pumpen im Pumpenhaus wurden durch neue, frequenzgesteuerte Pumpen ersetzt. Ein weiterer Ausbau umfasste die Katastralgemeinden Staasdorf, Frauenhofen und Nitzing. Die Arbeiten konnten 1994 abgeschlossen werden. Die Länge der verlegten Wasserleitungen hatte damit rund 120 Kilometer erreicht. Im Dezember 1997 konnte die Versorgung des Fliegerhorstes Langenlebarn und die Verlegung der Wasserleitung in Langenlebarn - Oberaigen abgeschlossen werden.

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Durch den Ausbau des Pumpenhauses im Jahr 1998 könnte ein Spitzenbedarf an heißen Sommerabenden von rund 200 I/sek. Ohne weiteres abgedeckt werden. Die Gesamtfördermenge des Wasserwerkes Tulln beträgt an Spitzentagen rund 4.700 Kubikmeter. Das ursprünglich in den 60-er Jahren errichtete Wasserwerk I wurde 1999 erweitert und modernisiert.

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Im Zuge von Wasserrechtsverhandlungen wurde die Errichtung einer Desinfektionsanlage vorgeschrieben. Einer herkömmlichen Desinfektion mit Chlor wurde von der Stadtverwaltung abgelehnt und einer umweltschonenden UV Anlage, ein rein physikalische Verfahren, der Vorzug gegeben. Nach langen Verhandlungen mit dem Bund und dem Land konnte mit deren Kostenbeteiligung eine UV-Desinfektionsanlage errichtet werden.

Die Suche nach einem zusätzlichen Brunnenfeld in der Tullner Au nördlich der Donau hatte bereits vor Jahren begonnen. Schließlich wurde ein Standort auf Tullner Gemeindegebiet gefunden, die für die Gewinnung von Trinkwasser geeignet war. Es liegt nördlich der Donau, in der unberührten und naturbelassenen Tullner Au. Zudem war eine Zufahrtsmöglichkeit gegeben und keine großflächigen Rodungen des sensiblen Auwaldes erforderlich. Die Erschließung des Trinkwassers erfolgte am Brunnenfeld II mit 2 Stk. baugleichen Horizontalfilterbrunnen.

Das in den beiden Brunnen erschrotete Grundwasser wird über eine rd. 500 m lange Transportleitung zum Wasserwerk geleitet. Das neue Wasserwerk II wurde am Gelände des ehemaligen Lagerplatzes der Stadt Tulln errichtet. Es besteht aus einer Wasseraufbereitungsanlage zur Entfernung von Eisen und Mangan (Enteisenung und Entmanganung) aus dem Trinkwasser , einem Tiefbehälter, einer Pumpenanlage und einer vollautomatischen hochmoderne Schaltwarte. Die Bauausführung der insgesamt rd. 7.200 m langen Transportleitung zwischen dem neuen Wasserwerk II und dem bestehenden Wasserwerk I erfolgte in mehreren Bauabschnitten.

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Das erste Teilstück wurde bereits 1999 verlegt. Das letzte Teilstück - die Querung der Donau entlang der Tullner Rosenbrücke - stellte die größte Herausforderung dar; es wurde im Frühjahr 2002 fertig gestellt. Die Besonderheiten lagen hier in den durch Schwankungen der Lufttemperatur verursachten Längenänderungen der Brücke, welche eine Ausdehnung der Brücke von nahezu einem halben Meter verursachen. Das machte eine flexible Auflagerung der Leitung auf der Brücke mittels Rollenlagern erforderlich. Mit diesem wichtigen Meilenstein - die Verbindung zwischen den Beiden Brunnenfeldern - wurde die Trinkwasserversorgung Tullns für Jahrzehnte gesichert.

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