Wasserwerk Tulln an der Donau
Donau und Donauübergang, die Lage an der Donau mit Urfahr- bzw. Brückenmöglichkeit bestimmt seit jeher das Schicksal Tullns. Die Stadt, im Zentrum der weiten Stromebene des Tullnerfeldes auf einer hochwassergeschützten eiszeitlichen Schotterplatte gelegen ist seit jeher ein bevorzugter Siedlungsplatz. So entstand bereits in prähistorischer Zeit eine von Nord nach Süd verlaufende Fernstraße, die bei Tulln die Donau, selbst uralte Ost-Westverbindung und Völkerstraße, kreuzte.
Diese verkehrspolitisch und strategisch bedeutsame geographische Lage bestimmte die wechselvolle Geschichte des Ortes als Grenzbollwerk, aber auch als Fernhandels-, Verwaltungs- und Wirtschaftszentrum bis zum heutigen Tag. Der Name Tulln, erst im 9. Jh. von dem westlich der Stadt in die Donau mündenden Fluss auf den Ort übertragen, ist nach vorherrschender Gelehrtenmeinung illyrischen Ursprungs. Um 350 v. Chr. drangen die Kelten von Westen in den Ostalpenraum vor und vermischten sich mit den seit etwa 1000 v. Chr. hier ansässigen Illyrern. Nachdem das Alpenkönigreich Noricum 15. v. Chr. von den Römern besetzt und Mitte des 1. Jh. n. Chr. als Grenzprovinz in das Römische Reich eingegliedert worden war, wurde der Tullner Donauübergang gegen Norden durch das Limeslager Comagena abgesichert, das bis Ende d. 5. Jh. bestand. Bereits 1014 wurde Tulln Sitz des Weihbischofs von Passau und blieb dies bis 1784.
Die Stadt blieb bis ins Spätmittelalter eines der bedeutendsten Fernhandels- und Kulturzentren des Landes. Im ausgehenden Mittelalter und der beginnenden Neuzeit sank Tulln infolge kriegerischer Auseinandersetzungen, Seuchen und Naturkatastrophen, vor allem aber durch den Verlust der Fernhandelswege an Wien zu einem verarmten Ackerbürgerstädtchen ab. Im 18. Jh. kehrte zwar wieder bescheidener Wohlstand ein wurde aber in den Napoleonischen Kriegen durch französische Besetzung und Einquartierung verbündeter Truppen erneut schwer in Mitleidenschaft gezogen. Der Franz Josefsbahn verdankt die Stadt neben ihrem Wirtschaftsaufschwung auch ihren größten Künstler, den weltweit bekannten Maler EGON SCHIELE, der 1890 als 4. Kind des Bahnhofsvorstandes im Gebäude des Tullner Bahnhofs das Licht der Welt erblickte. Eine Fortsetzung der Ende des 19. Jh. eingeleiteten Entwicklung zeichnete sich bereits in der Zwischenkriegszeit ab.
Nach dem 2. Weltkrieg folgte eine gewaltige Aufbauphase, in der Tulln zur heutigen Größe mit wirtschaftlichen Bedeutung heranwuchs. Die Tullner Industriebetriebe, insbesondere die Nahrungsmittelindustrie, bilden mit dem expandierenden Handel und Gewerbe eine solide wirtschaftliche Basis. Tulln ist darüber hinaus bedeutende Messestadt und beherbergt zahlreiche nationale und internationale Veranstaltungen wie z.B. die "Austroagra" und die "Österreichische Gartenbaumesse". Kulturell hat die Stadt an der Donau mit zahlreichen Museen und Veranstaltungen auch viel zu bieten.
Ein kleines aber (sehr) feines Museum im ehemaligen Gefängnis ist dem großen Sohn der Stadt Egon Schiele gewidmet. Neben ihren kulturellen und historischen Sehenswürdigkeiten bietet die Blumen- und Rosenstadt - 2001 als schönsten Blumenstadt Europas gekürt - mit ihrem reichlich vorhandenen Erholungsräume und Sport- und Freizeitangebot vielfältige Möglichkeiten zur Urlaubs- und Freizeitgestaltung.
Hardfacts zu Tulln
Einwohner:
15.621
Seehöhe:
180 Meter
Gesamtfläche:
72 km²
Jahresmittel der Lufttemperatur:
10,2 °C
Mittlere jährliche Niederschlagsmenge:
584 Millimeter
Mittlere Sonnenscheindauer:
1872 Stunden
Informatives zur Wasserversorgung
Das Wasserwerk fördert jedes Jahr rund 1,5 Millionen Kubikmeter Wasser. Die durchschnittliche Tagesförderung liegt bei 4.500 m³. Die Länge der Transportleitungen beträgt 140 km. Die Versorgungsleitungen und die Anschlussleitungen haben eine Länge von 80 km. Insgesamt werden über 4.000 Hausanschlüsse ca. 15.600 ständige Einwohner versorgt. Fünf Tiefbrunnen, drei Tiefbehälter mit einem gesamten Speichervolumen von 2.500 m³ sorgen für eine rund um die Uhr reibungslose Wasserversorgung. Durch das Tullner Wasserversorgungsnetz werden derzeit ca.75 % der Bevölkerung mit Trink- und Nutzwasser versorgt. Die Gesamthärte beträgt 23 °dH.
