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Wasser ist Leben.

Umfeld

Das vom WLV geförderte Wasser besteht zu 47 % aus Quellwasser und zu 53 % aus Grundwasser. Der Ursprung und damit das "Herz" des Verbandes liegt im Quellgebiet "Furth-Harras". Der wasserführende Untergrund besteht vorwiegend aus Triasdolomitschichten und seine Eignung als Quellgebiet hat sich in den letzten 60 Jahren immer wieder bestätigt. Das Quellgebiet hat eine Größe von ca. 800 ha, wovon heute ca. 650 ha im Eigentum des Wasserleitungsverbandes stehen.

Der im Jahre 1927 erteilte Entnahmekonsens für die insgesamt 94 gefassten Quellen betrug 162 l/s. Die Schüttung der einzelnen Quellen ist zwar sehr gering, jedoch äußerst konstant. Nach wochenlangen Regenfällen genauso wie nach monatelangen Trockenperioden sind kaum Veränderungen in der Quellschüttung festzustellen.

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Neben diesen gefassten Quellen gibt es im Furthertal noch eine Unzahl von kleinen Quellen, die sich in der Talsohle zu einem Bach vereinigen. Seit den Fünfzigerjahren wird auch dieses Quellwasser für die Trinkwasserversorgung verwendet. Das Wasser wird in einer Filteranlage von Schwebstoffen gründlich gereinigt, Mithilfe eines Photometers genau und umweltfreundlich analysiert, im Hauptsammelschacht mit dem Quellwasser vermischt und dann über die Hauptleitung dem Versorgungsnetz zugeführt.

Als Notversorgung dient die seit über 500 Jahren bekannte "Antoniusbrünnl"-Quelle, welche 1979 vom Verband für die Trinkwasserversorgung erfasst wurde. Diese Quelle entspringt in Pottenstein und ist eine sogenannte Kluftquelle. Sie war einst der Hauptgrund der Pottensteiner Wallfahrt und wird schon im 15. Jahrhundert in den Grundbüchern als „pey dem heyligen prun" erwähnt. Diese ergiebige Quelle - die Ergiebigkeit liegt bei weit über 100 l/s, der wasserrechtliche Konsens beträgt 60 l/s - dient zur Abdeckung von Verbrauchsspitzen und wird bei Bedarf mittels 2 Unterwasser- und 1 Oberwasserpumpe direkt in die vom Quellgebiet Furth kommende Hauptleitung gepumpt.

Weitere Quellen mit geringerer Schüttung dienen nur der lokalen Versorgung. Die bedeutendste Brunnenanlage des Verbandes ist das Grundwasserwerk in Blumau-Neurisshof. 12 Vertikalfilterbrunnen mit einer Tiefe von ca. 30 m liefern rund 40 % des Wasserbedarfs des Verbandes. Der Versorgungsbereich dieses Brunnenfeldes erstreckt sich über die gesamte östliche Hälfte des Verbandsgebietes mit der Trennlinie von Nord noch Süd, Vösendorf/Pfaffstätten-Schönau.

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Das Brunnenfeld Leobersdorf/Wittmannsdorf besteht aus 6 Vertikalfilterbrunnen mit Tiefen von 25 m - 130 m. Von dieser Brunnenanlage werden die Gemeinden Leobersdorf, Enzesfeld/Lindabrunn und Hirtenberg versorgt. Die Brunnenanlagen in Steinhof/Berndorf wurden in den Jahren 1995-1996 generalsaniert. Außerdem wurde ein "Sternbrunnen" errichtet, bestehend aus einer Zentralbohrung und 8 Erweiterungsbohrungen.

Die Brunnentiefe beträgt ca. 12,0 m. Vom Brunnenfeld Steinhof wird die Stadtgemeinde Berndorf versorgt. Die Brunnenanlage Grillenberg besteht aus einem Tiefbrunnen, der mit 4 Unterwasserpumpen ausgestattet ist. Das Wasser wird mit einer UV-Desinfektion entkeimt. Diese Anlage dient für die Wasserversorgung der Gemeinde Hernstein. Insgesamt beträgt der wasserrechtliche Konsens der Wasserspender des Verbandes ca. 1000 l/s.

Das Wasser aus dem Quellgebiet Harras fließt der Schwerkraft folgend in die jeweiligen Behälter, von allen anderen Wasserspendern muss das Wasser mittels Pumpen in die einzelnen Wasserspeicher befördert werden. Insgesamt sind 57 Wasserbehälter in Betrieb mit einem Gesamtvorratsvolumen von rund 97.000 m³. Dies stellt nahezu das Dreifache des durchschnittlichen Tagesbedarfs von 35.000 m³ dar. Diese Behälter dienen auch zur Erzeugung des erforderlichen konstanten Verbrauchsdruckes und zur Sicherung der Feuerlöschreserve - 3509 Hydranten stehen im gesamten Versorgungsbereich für Löschwasserzwecke zur Verfügung.

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Nach der Gewinnung und der Speicherung muss nun das Trinkwasser in das Versorgungsgebiet geleitet und verteilt werden. Diese Wasserverteilung erfolgt über ein mehr als 900 km langes Rohrnetz, teilweise unter schwierigen Bedingungen wie z. B. die 21 km lange Transportleitung (DN 350) quer durch den Wienerwald (Bild). Dieses Rohrnetz beinhaltet Transport-, Versorgungs- und Hausanschlussleitungen und variiert im Durchmesser von 20 bis 600 mm. Der durchschnittliche Betriebsdruck liegt zwischen 1,2 und 9 bar. Rund zwei Drittel des Anlagevermögens entfallen auf dieses Rohrnetz.

Störungen sind schwierig zu erkennen und das Beheben ist kostenintensiv. Entsprechend sorgfältig werden die Rohrmaterialien und Rohrdimensionen je nach Anforderung (Belastung, Bodenart) ausgewählt. Es besteht bei Transportleitungen, je nach Einbaudatum aus Grauguss, Faserzement derzeit - duktiles Gusseisen (auch Sphäroguss genannt) oder Polyethylen (PE) und bei Ortsleitungen aus Grauguss, Asbestzement, PVC, derzeit Polyethylen (PE), bei Hausanschlüssen Stahlrohre, derzeit Polyethylen (PE).

Eine Überprüfung des Rohrnetzes auf Schäden erfolgt ständig durch eine eigene Leckortungstruppe. Falls Undichtheiten (Leckstellen und Rohrbrüche) auftreten, wird mit modernster Technik fast ohne Aufgraben gearbeitet. Letztendlich sind zur Erfassung des Wasserverbrauchs in den Haushalten 35.995 Wasserzähler eingebaut.

Zur Verwaltung des Versorgungsnetzes (das Verbandsgebiet umfasst eine Fläche von ca. 522 km²!) sind viele unterschiedliche Informationen der Pumpwerke, Wasserbehälter, Drucksteigerungsanlagen, Regelstationen etc. notwendig. Der WLV hat für diesen Zweck ein eigenes Funknetz, welches rund um die Uhr die aktuellsten Daten betreffend Behälterstände und Wasserdruckwerte an einen Zentralcomputer übermittelt. Bei Überschreitung der Grenzwerte informiert ein Alarmsignal den Diensthabenden, der daraufhin im Bedarfsfall sofort die zuständigen Techniker verständigt.

Trinkwasser unterliegt dem besonders strengen Lebensmittelgesetz. Die chemische und bakteriologische Beschaffenheit des vom Verband abgegebenen Wassers wird regelmäßig von externen Prüfanstalten überprüft. Das geförderte Trinkwasser wird vom Verband ohne Aufbereitung, chemische Zusätze oder Desinfektion, also im natürlichen Zustand, an die KonsumentInnen abgegeben. Die Analysen bescheinigen stets einwandfreie Qualität. Um sich davon zu vergewissern, muss man nur die Homepage des Verbandes besuchen, auf der Auszüge der Analysen für jede Verbandsgemeinde veröffentlicht sind.

Um diese einwandfreie Qualität auch langfristig gewährleisten zu können, hat der Schutz der Ressource Trinkwasser oberste Priorität. Alle Wassergewinnungsstellen (Quellen , Brunnen) sind als Schutz- und Schongebiete festgelegt. Wissend, dass zur dauerhaften Sicherung der Wasserqualität die Gebiete rund um Quellen besonders gepflegt und geschützt gehören, wuchs der Grundbesitz des Wasserleitungsverbandes im Hauptquellgebiet Harras bis heute auf ca. 630 ha

Das engere Schutzgebiet ist zur Gänze im Eigentum des Verbandes. Das weitere Schutzgebiet wird laufend kontrolliert und sukzessive angekauft. Nur wer Eigentümer von Grund und Boden ist, kann auch wirklich für Schutz und Sicherheit sorgen. Darüber hinaus wird der Wald - ein hervorragender Filter der Natur - seit Jahrzehnten von qualifiziertem, dem Wasserleitungsverband angehörenden Personal (1 Revierförsterin, 4 Forstfacharbeiter und 1 Quellgebietswärter) bewirtschaftet.

Im gesamten Gebiet der Harras dürfen keine Pestizide, kein Kunstdünger, keine Jauche und kein Klärschlamm aufgebracht werden. Forststraßen werden in Natur schonender Bauweise nur noch dort gebaut, wo es die Pflege des Waldes erfordert. Aus dem Wald wird das Holz per Hand oder mit einem leichten, mit Rapsdiesel betriebenen, Forsttraktor gebracht um das sensible Gleichgewicht zwischen Wald und Wild beizubehalten.

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