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Wasser ist Leben.

Geschichte

Nahezu bis Ende des 19. Jahrhunderts bezog die St. Pöltner Bevölkerung ihr Trinkwasser überwiegend aus Brunnen. Die Bevölkerungsexpansion und vor allem sanitäre Gründe waren ausschlaggebend dafür, dass die Möglichkeit einer zentralen Wasserversorgung erwogen wurde. Aber auch Aspekte der Sicherheit im Falle von Brandkatastrophen sowie allgemeine Umweltüberlegungen machten eine Ablösung der bisherigen Wasserversorgung mit Hausbrunnen notwendig. Die günstige Lage St. Pöltens in der Nähe der Voralpen sprach zwar in erster Linie für die Errichtung einer Hochquellenwasserleitung, doch wurde aufgrund der tatsächlich guten Beschaffenheit des Grundwassers die Möglichkeit einer zentralen Grundwasserversorgungsanlage nicht ausgeschlossen. Da das Wasser aus der ersten Wasser führenden Schichte in St. Pölten selbst und in der näheren Umgebung nicht ergiebig war, musste die Suche nach Quellwasser auf die weitere Umgebung ausgedehnt werden.

Geschichte1

Nachdem in einer Entfernung von 40 km von St. Pölten im Hallbachtal brauchbare Quellen gefunden und erworben worden waren, fasste der Gemeinderat 1911 den Beschluss, eine Hochquellenleitung planen zu lassen. Einen gewissen Einfluss auf diese Entscheidung dürfte auch die erfolgreiche Versorgung der Reichs- und Residenzstadt Wien mit Hochquellenwasser ausgeübt haben. Das St. Pöltner Projekt wurde zwar bereits 1912 dem wasserrechtlichen Verfahren zugeführt, doch konnte es infolge des Einspruches von Wasserberechtigten erst 1914 rechtskräftig abgeschlossen werden. Der Ausbruch des ersten Weltkrieges verhinderte schließlich die Inangriffnahme des Baues. 1918 ließ die triste wirtschaftliche Situation eine Verwirklichung der fertig geplanten Hochquellwasserleitung nicht zu. Ein Anschluss an die im Süden der Stadt verlaufende zweite Wiener Hochquellenleitung kam aus finanziellen Gründen ebenfalls nicht in Frage. Die Vordringlichkeit des Wasserleitungsbaues war einerseits durch die jährlich auftretenden Typhuserkrankungen gegeben und wurde andererseits durch die große Stadterweiterung 1922 aktualisiert. St. Pölten hatte nunmehr fast 32.000 Einwohner.

Geschichte2

Es wurden aber jetzt die Erkenntnisse gewonnen, dass die bis 1901 zurückreichenden Grundwasseruntersuchungen qualitativ sehr günstige Ergebnisse gezeigt hatten. Dazu kam, dass das Grundwasser anfangs der zwanziger Jahre für die Wasserversorgung der Stadt in zunehmendem Maße an Bedeutung gewann. Grundwasser wurde vielfach auch vom hygienischen Standpunkt aus dem Hochquellwasser vorgezogen. 1926 wurde ein Projekt über die Wasserversorgung aus einer zentralen Brunnenanlage und Grunderwerb für die Versuchsbrunnenanlage ausgearbeitet, das erforderliche Baukapital sichergestellt und die Einführung eines uneingeschränkten Anschlusszwanges im Stadtgebiet beschlossen.Im Februar 1927 lag ein geologisches Gutachten über die Eignung des Geländes sowie eine ausführliche Stellungnahme über die hygienische Beschaffenheit des Grundwassers vor. Beide Gutachten bescheinigten dem Wasser eine vorzügliche Beschaffenheit. Der Gemeinderat vergab im Juni 1927 die Arbeitsaufträge.

Geschichte3

Als am 4. Oktober 1927 die neue städt. Wasserleitung eröffnet wurde, hatten das städtische Rohrnetz eine Länge von über 63 km und die Hausanschlussleitungen eine solche von 12 km. Durch den Anschluss von rund 1.600 Häusern wurden 34.000 Einwohner durch die neue städtische Wasserleitung versorgt. Das Wasser wurde aus einem Senk- und drei Rohrbrunnen entnommen und in einen Hochbehälter mit 2000 m³ Inhalt gefördert.1938 wurde ein zweites Brunnenfeld erschlossen und ein Jahr später das Wasserwerk zum selbständigen Betrieb erklärt. Zwischen 1944 und 1945 kam es durch Bombardierungen zu umfangreichen Zerstörungen an den Wasserwerksanlagen, die dramatische Engpässe in der Trinkwasserversorgung verursachten. In den Jahren 1949 bis 1950 wurde im Brunnenfeld II eine weitere Brunnenanlage errichtet. Im Jahr 1973 musste die Förderung auf diesem Brunnenfeld aufgrund der Wasserunergiebigkeit der Brunnen sowie dem Zunehmen der Industrialisierung in diesem Gebiet eingestellt werden. 1954 wurde ein neues Brunnenfeld III mit der Errichtung von Schachtbrunnenanlagen neu aufgeschlossen.

Geschichte4

Das in den Jahren 1927 erschlossene Brunnenfeld musste wegen des Absinkens des Grundwasserspiegels sowie wegen der immer aufwendigeren Schutzmaßnahmen aufgelassen werden. Außerdem war die Wasserförderung im Vergleich zu den Pumpkosten nicht mehr wirtschaftlich. Die Auflassung des Brunnenfeldes I im Jahre 1984 und die Stilllegung des Brunnenfeldes II machten die Erschließung neuer Wassergewinnungsanlagen im nordöstlichen Stadtgebiet sowie eine Abänderung der Schongebietsverordnung erforderlich. 1982 wurde ein neues Brunnenfeld IV mit dem Pumphaus 4 und einem Großvertikalfilterbrunnen errichtet. Nach dem Anschluss der Katastralgemeinden rund um die Landeshauptstadt wurden 1989 bereits 49.000 Einwohner mit Trinkwasser versorgt.

Geschichte5

Ein neues Betriebs- und Werkstättengebäude mit Wasserzähler-Prüfstation sowie Werkstätten und Büroräume für eine Belegschaft von 40 Bediensteten wurde im 1990 eröffnet, 1998 wurde ein Fernwirksystem mit der Schaltwarte in den neuen Räumlichkeiten installiert. Mit der Errichtung dieser Schaltwarte kann der Wasserwerksbetrieb vollautomatisch geführt werden. Die Hochbehälteranlage am Kalbling mit zwei Behältern zu 5.000 m³ bzw. 3.000 m³ Speicherkapazität und das neu erbaute Pumphaus 2 mit UV Anlagen wurden 1997 eröffnet. Das Projekt erhöht die Sicherung der Versorgung des St. Pöltner Wasserwerks beträchtlich. Im Betriebs und Werkstättengebäude wurde auch eine kleine Ausstellung eingerichtet, welche historische Werkzeuge und Anlagen der Wasserversorgung zeigt.

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