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Wasser ist Leben.

Umfeld

Für die Wassergewinnung werden vom FWV Mühlviertel Grundwasservorkommen und Quellwässer nördlich der Donau genützt. Die älteste und gleichzeitig auch größte Brunnenanlage des Verbandes befindet sich bei Zirking im Machland. Die Anlage in Zirking besteht aus 3 rd. 24 m tiefen Vertikalfilterbrunnen und einem 16 m tiefen Horizontalfilterbrunnen. Die bewilligte Entnahmemenge beträgt 100 l/s. Derzeit werden pro Jahr etwa 600.000 m³ Wasser entnommen.

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Aus Gründen der Härtereduktion betreibt der Wasserverband im Abschnitt Pregarten seit 2007 mit der Tiefbrunnenanlage Schörgendorf noch eine weitere Wassergewinnung. Insgesamt umfasst diese Wasserfassung vier rd. 90 m tiefe Vertikalfilterbrunnen, Der bewilligte Konsens beträgt 25 l/s. Das dort erschlossene Wasser ist als Tiefengrundwasser sauerstoffarm und muss vor der Einspeisung in das Leitungsnetz aufbereitet werden (Eisen- und Manganentfernung). Dazu wird ein Insitu-Aufbereitungsverfahren eingesetzt, das im Wesentlichen auf einer Belüftung des Rohrwassers mit anschließender Reinfiltration beruht. Der Aufbereitungsprozess ist zyklisch gesteuert und läuft zur Gänze im Untergrund ab.

Das dritte große Gewinnungsgebiet des Wasserverbandes befindet sich rd. 65 km entfernt von Zirking im Böhmerwald. Dort sind 4 große Quellgruppen mit einer Jahresschüttung von rd. 900.000 m³ erschlossen. Da die Quellschüttung während eines Jahres starken Schwankungen unterworfen ist, werden in Zeiten höheren Verbrauchs auch zwei Brunnenanlagen zur Bedarfsdeckung herangezogen. Die Brunnenanlage Iglbach besteht aus drei 4 - 6 m tiefen Schachtbrunnen und nützt das Grundwasservorkommen einer glazialen Talfüllung.

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Die unmittelbar an der Österr. Staatsgrenze zu Tschechien gelegene Brunnenanlage Moosau verfügt über zwei rd. 32 m tiefe Vertikalfilterbrunnen, die in der kristallinen Verwitterungsschwarte niedergebracht wurden. Die bewilligte Dauerentnahmemenge für alle Wasserspender des Böhmerwalds beträgt in Summe 5000 m³/d. Dieser Konsens wird momentan zu etwa 60 % ausgenützt. Während das Wasser der Sulzbergquellen im freien Gefälle abgeleitet werden kann, muss das Wasser aus den Brunnenanlagen zugepumpt werden.

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Die im Böhmerwald gewonnenen Wässer sind, wie es für die Bereiche der Böhmischen Masse typisch ist, sehr weich und reich an Kohlensäure. Sie werden daher aus technischen Gründen (Vermeidung von Korrosion) nach der Gewinnung aufbereitet. Die Entsäuerung erfolgt zweistufig, wobei das Wasser in der ersten Stufe verdüst und intensiv belüftet wird, was einen Gasaustausch zwischen dem Kohlendioxid im Wasser und dem Luftsauerstoff bewirkt. Anschließend wird die restliche Kohlensäure in vier Filterkammern, die mit kalkhaltigem Filtermaterial gefüllt sind entfernt. Positiver Nebeneffekt der Aufbereitung ist die Stromerzeugung über eine Turbine.

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Viertes wichtiges Standbein des Verbandes ist der Horizontalfilterbrunnen Rodl bei Ottensheim. Der rd. 13 m tiefe Brunnen liegt im nördlichen Eferdinger Becken. Dort sind der Donau auf der Nordseite mächtige Schotterformationen vorgelagert, die einen gewaltigen Grundwasserspeicher darstellen. Der Zustrom zur Brunnenanlage erfolgt aber nicht von der Donau sondern aus der Rodl-Niederung im Norden. Die behördlich zuerkannte Entnahmemenge beträgt 80 l/s.

Die Wasserverteilung im Versorgungsgebiet erfolgt über ein zusammenhängendes, überregionales Leitungsnetz mit einer Gesamtlänge von 189 km. Das Transportleitungsnetz verbindet die vier Gewinnungsgebiete Zirking, Schörgendorf, Rodl und Böhmerwald und ermöglicht einen raschen Transport des Wassers zu den Mitgliedsgemeinden. Für den Transport des Grundwassers aus den Donauniederungen ist ein sehr hoher Pumpaufwand erforderlich. Immerhin müssen für den Wassertransport vom Brunnen Rodl zum höchstgelegenen Verbandsbehälter Hellmonsödt 617 Höhenmeter überwunden werden.

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Der Wasserverband betreibt zusammen mit den Grundwasserpumpwerken insgesamt 16 Pumpwerke mit einer installierten Gesamtleistung von 1671 kW. Die Energiekosten stellen daher einen sehr wesentlichen Betriebskostenfaktor dar. Für die Wasserspeicherung sind 12 Hochbehälter mit einem Gesamtspeichervolumen von 15.200 m3 vorhanden. Das entspricht dem 2,3-fachen mittleren Tagesbedarf im Verbandsgebiet. Das Verteilsystem des Wasserverbandes ist so konzipiert, dass Transportleitungen in beide Richtungen betrieben und beschickt werden können. Dies gewährleistet bei Anlagenstörungen eine entsprechende Betriebssicherheit.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der vom Verband getragenen Sicherheitsphilosophie ist die Leittechnikanlage, die erst im Jahr 2002 wieder auf den letzten Stand der Technik gebracht wurde. In den Außenstellen werden alle wichtigen Parameter und Betriebszustände erfasst und über Erdkabel in die für die drei Betriebsabschnitte zuständigen Warten Pregarten, Hellmonsödt und Aigen übertragen. Die wichtigsten Zustandmeldungen der Gesamtanlage wie Pumpenlauf, Wasserstände und Störungen werden zudem auch in der Betriebszentrale Hellmonsödt visualisiert. Der Anlagenbetrieb ist für das gesamte Verbandsnetz vollautomatisiert.

Im Störungsfall wird selbsttätig eine Alarmmeldung über GSM- oder Festnetz an das Bereitschaftspersonal abgesetzt. Die Betriebsleiter können jederzeit über mobile Laptops oder die stationären Leittechnikcomputer den Anlagenzustand kontrollieren und ggf. Steuerbefehle für Pumpen, Ventile und dgl. absetzen. Der Qualitätssicherung wird beim Wasserverband seit jeher eine große Bedeutung beigemessen. Neben den vorgeschrieben Untersuchungen wird von Wasserverband freiwillig auch noch eine Vielzahl zusätzlicher Kontrollproben gezogen. Der vorgeschriebene Untersuchungsumfang wird dabei sogar übererfüllt.

Die Probennahme erfolgt üblicherweise vierteljährlich. Neben den Entnahmen aus dem Verbandsnetz beprobt der Wasserverband in Zirking und Rodl periodisch auch die im Einzugsgebiet vorhandenen Grundwasserbeobachtungssonden, um möglichst frühzeitig Veränderungen der Wasserqualität erkennen zu können. Dabei erfolgt auch die regelmäßige Kontrolle der Schutzgebiete. Für die Endverbraucher in den Mitgliedsgemeinden sind die aktuellen Untersuchungsergebnisse ständig auf der Homepage des Wasserverbandes einsehbar.

Die Aufgaben des Wasserverbandes umfassen nicht nur Wassergewinnung und Transport des Wassers zu den Abnehmergemeinden sonder auch die langfristige Sicherung der Wasserressource. Hier leistete der Verband mir der Landwirtschaftkammer für OÖ eine Pionierarbeit. Ein Novum stellt dabei das im Einzugsgebiet der Brunnenanlage Zirking seit 2002 laufende Vertragswasserschutzprojekt dar.

Der Wasserverband strebte durch diese Kooperation mit der Landwirtschaft eine weitere Verbesserung der Wasserqualität an. Das Ergebnis ließ nicht auf sich warten. Die Nitratwerte sinken, die Restbelastungen von Pflanzenschutzmitteln lassen stark nach und liegen seit einiger Zeit bereits großteils unterhalb der Grenzwerte. Aus Sicherheitsgründen und zur Qualitätsoptimierung wird das Grundwasser der Brunnenanlage Zirking vor der Abgabe an die Verbraucher aber noch immer über die Aktivkohle-Aufbereitungsanlage Obenberg geleitet und zusätzlich mit dem Tiefengrundwasser aus Schörgendorf vermischt.

Zum Schutz des Wassers sind in Zirking verschiedene Schutzgebietszonen und ein 1041 ha großes Schongebiet eingerichtet. Bei der Tiefbrunnenanlage Schörgendorf ist der Grundwasserkörper durch einen dichten Schlierkörper überlagert. Dadurch sind hier sehr gute Voraussetzungen für den Grundwasserschutz gegeben. Trotzdem wurde auch bei dieser Gewinnungsanlage ein 163 ha großes Schutzgebiet ausgewiesen. Die darin gültigen Ge- und Verbote zielen darauf ab, eine Durchörterung der Schlierdeckschicht zu verhindern. Da im Böhmerwald nahezu das gesamte Einzugsgebiet der Wasserspender aus Wald besteht, ist für dieses Gewinnungsgebiet von Natur aus ein sehr guter Grundwasserschutz gegeben. Zusätzlich sind aber auch dort noch Schutzgebietsflächen im Ausmaß von 526 ha ausgewiesen. Beim Brunnen Rodl im nördlichen Eferdinger Becken liegen für die Sicherung der Wasserqualität ebenfalls sehr günstige Verhältnisse vor. Dort sind die grundwasserführenden Schotter mit einer rd. 2m mächtigen, dichten Aulehmschicht überdeckt, die anthropogene Einflüsse sehr gut abschirmt. Trotz dieser guten Voraussetzungen wurden auch bei dieser Gewinnungsstelle ein 220 ha großes Schutzgebiet und ein rd. 870 ha großes Schongebiet eingerichtet.

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