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Wasser ist Leben.

Geschichte

Im ländlich strukturierten Mühlviertel reichte lange Zeit die Einzelwasserversorgung aus. Als nach dem Abzug der russischen Besatzungsmacht im Jahre 1955 der Wiederaufbau des Mühlviertels so richtig in Gang kam, erkannte man die Notwendigkeit einer grundlegenden Verbesserung der Wasserversorgung. Jedes Gewerbe, jede Industrie, insbesondere aber die Fremdenverkehrsbetriebe benötigen Wasser. Dieser kostbare Rohstoff ist im Mühlviertel auf Grund der geologischen und hydrologischen Voraussetzungen in weiten Gebieten dieses Landesteiles Mangelware.

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Es sind zwar ausreichende Niederschläge vorhanden, der weitgehend aus kristallinem Gestein bestehende Untergrund ist aber wasserundurchlässig und kann, da er nur mit einer geringmächtigen Humusschicht überdeckt ist, das Wasser nicht in ausreichender Menge speichern. Da lokal meist keine ausreichend ergiebigen Wasserspender zur Verfügung standen, sah die Unterabteilung Wasserversorgung des Amtes der OÖ. Landesregierung sehr bald, dass nur durch eine großzügige, überregionale Lösung die Versorgungsprobleme der Gemeinden des Mühlviertels beseitigt werden können.

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Grundgedanke war es, das Wasser aus den wenigen, räumlich beschränkten Vorkommen in die Wassermangelgebiete zu transportieren. Bereits 1964 wurde von der genannten Landesdienststelle eine Studie für eine überregionale Wasserversorgung des Mühlviertels erarbeitet. Auf dieser Grundlage schlossen sich am 13. Dezember 1965 vorerst 13 politische Gemeinden des Mühlviertels zum Wasserverband Fernwasserversorgung Mühlviertel zusammen, um die Wasserversorgungsprobleme gemeinsam zu lösen. Am 2. Mai 1966 wurde dieser Verband als Körperschaft öffentlichen Rechts anerkannt. Die Vollversammlung wählte den Bürgermeister von Ottensheim, Reg.Rat Walter Steiner, der das Großprojekt schon seit Jahren vorangetrieben hatte, zum 1. Obmann des Wasserverbandes.

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Mit den Bauarbeiten wurde im Sommer 1970 im Raum Zirking begonnen, wo eine Brunnenanlage für die Versorgung der im Raum Pregarten gelegenen Mitgliedsgemeinden errichtet wurde. Weitere Bestandteile des sich auf die Bezirke Perg und Freistadt erstreckenden ersten Bauabschnittes waren die Behälter Obenberg und Hochstraß mit den dazwischen liegenden Transportleitungsabschnitten. Bereits 1971, noch vor Abschluss des ersten Bauabschnittes, wurde im oberen Mühlviertel im Bezirk Rohrbach der zweite Bauabschnitt in Angriff genommen. Als Wasserspender wurden im Böhmerwald drei Quellgruppen am Sulzberg und ein Grundwasservorkommen im Bereich des Iglbachs erschlossen.

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Parallel dazu erfolgte der Bau des Speichers Fürling und des Transportleitungsnetzes sowie die Errichtung der Entsäuerungsanlage Aigen, in der auch die Betriebsleitung für diesen Abschnitt untergebracht ist. Durch die laufende Verbesserung des Lebensstandards, den Einbau von Bädern und anderen sanitären Einrichtungen, verbunden mit einer zunehmenden Siedlungstätigkeit stieg der Wasserverbrauch ständig an. Für den Verband bestand daher keine Zeit sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen. In den folgenden Bauabschnitten 03 - 08 wurde das Leitungsnetz sukzessive weiter ausgebaut. Neue Quellen wurden erschlossen, Behälter und Pumpwerke wurden errichtet, um die Versorgung der Mitglieder sicherzustellen.

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Der aus Gründen der Betriebssicherheit angestrebte Zusammenschluss der beiden bis dahin autarken Versorgungsbereiche im oberen und unteren Mühlviertel erfolgte 1986. Das Transportleitungsnetz kann seither aus beiden Richtungen beschickt werden und bietet entsprechende Sicherheiten bei Notfällen. Das dritte Gewinnungsgebiet des Wasserverbandes befindet sich im nördlichen Eferdinger Becken wo in den Jahren 1982/83 der Horizontalfilterbrunnen Rodl als Bestandteil des Bauabschnittes 06 abgeteuft wurde. Dieser Brunnen ist über eine nach Norden abgehende Transportleitung samt Pumpwerkskette an das übrige Leitungsnetz angeschlossen und ist ein wichtiger Wasserspender für die Versorgung der Mitgliedsgemeinden im Bezirk Urfahr-Umgebung. Nach Fertigstellung des Hauptnetzes folgten mehrer Jahre ohne größere Bautätigkeit.

Erst im Jahr 1994 wurde mit dem Bau der Aktivkohlefiltration in Obenberg wieder ein größeres Bauvorhaben in Angriff genommen. Diese im BA 09 errichtete Anlage unterstreicht die Bemühungen des Verbandes um einwandfreie Trinkwasserqualität. Seit dem Jahr 2000 wurden in Rahmen des Bauabschnittes 10 wiederum mehrere Erweiterungsbauten durchgeführt. Im Wesentlichen handelte es sich dabei um eine zusätzliche Wassererschließung im Böhmerwald (Brunnenanlage Moosau) samt Erhöhung des Speichervolumens im daraus beschickten Hochbehälter Fürling und um einen Leitungsneubau im Raum Gramastetten. Diese Baumaßnahmen dienen der Steigerung der Versorgungssicherheit für die Betriebsabschnitte Aigen und Hellmonsödt bzw. der Erschließung neuer Versorgungsgebiete. Daneben wurde auch die Leittechnikanlage des Wasserverbandes wieder auf den letzten Stand gebracht.

Die letzte größere Baumaßnahme stellt die Erschließung eines Tiefgrundwasserkörpers nahe Schörgendorf in den Jahren 2005 bis 2007 dar. Mit dieser neuen Brunnenanlage wurde die Betriebssicherheit im BA Pregarten weiter erhöht (2 unabhängige Gewinnungsstellen) bzw. ist damit auch für zufünftige Verbrauchssteigerungen vorgesorgt.
Kurz vor seinem 50-Jahr-Jubiläum kann der urspünglich aus der Not erstandene FWV Mühlviertel auf eine eindrucksvolle Erfolgsgeschichte blicken. Die Mitgliederzahl des Wasserverbandes hat sich von ursprünglich 13 im Jahr 1965 auf mittlerweile 46 Gemeinden erhöht. Davon werden 37 Gemeinden bereits mit Wasser aus den Verbandsanlagen beliefert. Derzeit versorgt der Wasserverband rd. 60.000 Personen.

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