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Wasser ist Leben.

Geschichte

Hinsichtlich der Wasserversorgung waren die Mödlinger Gemeindevertreter im ausgehenden 19. Jahrhundert ebenso gefordert wie in der Abwasserfrage. Die alte Kronprinz-Rudolf-Wasserleitung, die 1864 die hölzerne Wasserleitung aus dem Mittelalter ersetzt hatte, und die bestehenden Hausbrunnen konnten den Bedarf der aufstrebenden Stadt nicht mehr decken. 1894 erteilte Prof. Dr. Max Gruber vom Hygienischen Institut der Universität Wien in einer eigens in Auftrag gegebenen Studie Mödling ein vernichtendes Urteil. Er bezeichnete die Wasserversorgung als völlig unzureichend. Die Mödlinger Stadtverwaltung hatte bereits 1885 und 1893 die Quellen auf dem Anninger und auf dem Mödlinger Stadtgebiet begutachten lassen.

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Dabei stellte sich heraus, dass diese für eine ausreichende Versorgung mit Trinkwasser nicht geeignet waren. Auf der Suche nach geeigneten Wasservorkommen, die sowohl hinsichtlich Quantität als auch Qualität entsprechen konnten, wurde man schließlich in Moosbrunn, 18 Kilometer südöstlich von Mödling, fündig. Dort hatte in den 1890er Jahren bereits der Wiener Bürgermeister Lueger Probebohrungen durchführen lassen. Als die Gemeinde Wien sich für den Wasserbezug aus dem Hochschwab-Gebiet entschloss, stellte Lueger seinem Freund Jakob Thoma die Ergebnisse der Versuchsbohrungen in Moosbrunn zur Verfügung.

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Die Stadtgemeinde Mödling führte die Versuche fort und entschloss sich schließlich zum Bau einer Brunnenanlage und einer 17,5 Kilometer langen Wasserleitung, die das Wasser von Moosbrunn nach Mödling befördern sollte. Am 12. Juni 1903 wurde die Erbauung dieser Wasserversorgungsanlage vom Mödlinger Gemeinderat einstimmig beschlossen. Am 25. Juni billigte schließlich auch eine Volksversammlung das Wasserleitungsprojekt. Vom 9. bis 11. September 1903 fanden die wasserrechtlichen Verhandlungen mit über 100 Interessenten statt, am 14. September erhielt die Stadtgemeinde Mödling die Bewilligung zur Erbauung der geplanten Wasserversorgungsanlage.

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Auf dem Gemeindegebiet von Moosbrunn wurden zwei 28 Meter tiefe Rohrbrunnen erbaut. Zum Antrieb der Pumpen wurden zwei Wasserkraftwerke in den Nachbargemeinden Mitterndorf an der Fischa und in Schranawand erworben, die später auch die umliegenden Ortschaften mit Elektrizität versorgen sollten. Die 17,5 Kilometer lange Eisendruckrohrleitung beförderte das Wasser aus Moosbrunn in einen Hochbehälter mit 1000 m³, der am Beginn des Prießnitztales errichtet wurde, und in einen weiteren 50 Meter höher gelegenen mit 300 m³ Nutzinhalt. Dabei mussten sechs Flüsse und drei Eisenbahnlinien überquert werden.

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Anlässlich seines Besuches zu den 1000-Jahr-Feierlichkeiten in Mödling eröffnete Kaiser Franz Joseph mit einem Druck auf den Taster am 4. November 1904 die seinen Namen tragende Kaiser-Franz-Joseph-Wasserleitung. Aufgrund des hohen Druckes war die Leitung Moosbrunn-Mödling sehr anfällig für Rohrbrüche. Dadurch kam es immer wieder zu Beeinträchtigungen der Wasserversorgung. Als Ergänzung zur Moosbrunner Leitung wurden 1912 die Quellen im Prießnitztal neu gefasst und in das Reservoir der niederen Zone eingeleitet. Ein weiterer Meilenstein in der Mödlinger Wasserversorgung erfolgte 1926 mit dem Bau des Wasserwerkes in der Quellenstraße, welches 1927 in Betrieb genommen wurde.

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An dieser Stelle wurden nach Probebohrungen im Jahr 1914 größere Wasservorkommen festgestellt, außerdem befand sich in der Quellenstraße auch schon der alte Römerbrunnen. Druckentlastungspumpen sorgten für eine Druckverminderung im Rohrstrang Moosbrunn-Mödling und sollten Rohrbrüche verhindern.Sicherheit war schon damals für die Stadtväter hoch geschrieben. Daher erfolgte zusätzlich zu all den tätigen Investitionen der Anschluss an die 1. Wiener Hochquellenleitung, wodurch eine zusätzliche Möglichkeit geschaffen wurde, die Wasserversorgung der Stadt auch bei einem Ausfall der Moosbrunner Leitung ohne Einschränkung aufrecht zu erhalten.

Zusätzlich bewerkstelligte das neue Wasserwerk die Förderung des Wassers in die Hochzone. Auch die Pumpen für die Wasserförderung aus den Mödlinger Brunnen wurden im Wasserwerk in der Quellenstraße aufgestellt. Am 31. Mai 1926 wurde mit der Gemeinde Wien ein Abkommen zur wechselseitigen Wasserentnahme getroffen. Dadurch war Mödling berechtigt, Wasser aus der Hochquellenleitung zu entnehmen und umgekehrt durfte Wien bei Bedarf Wasser aus Moosbrunn beziehen. Während der Zugehörigkeit Mödlings zu Groß-Wien wurde der Wasserbedarf Mödlings fast zur Gänze aus der Wiener Hochquellenleitung gedeckt und die Leitung aus Moosbrunn fast stillgelegt.

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Nach der Wiedererlangung der Selbstständigkeit wurde zwar wieder fallweise Wasser aus Moosbrunn bezogen, die Rohrleitungen war aber immer häufiger durch Rohrbrüche unterbrochen. Erst die Inbetriebnahme neuer Pumpen im Jahr 1963 ermöglichte einen kontinuierlichen Betrieb. 1970 wurde im Prießnitztal ein neuer Hochbehälter mit 5000 m³ Speichervolumen erbaut. Zusätzlich wurde der alte Hochbehälter auf 1700 m³ aufgestockt. Zwischen 1973 bis 1975 wurden die alten Rohrbrunnen in Moosbrunn durch einen Horizontal-Filterbrunnen ersetzt. 1989 folgte die Errichtung einer Aktivkohlefilteranlage.Um das Wasserrecht in Moosbrunn jedoch voll ausnützen zu können, war die Errichtung eines neuen Rohrstranges nach Mödling unumgänglich.

Im Februar 1976 wurde schließlich mit den Bauarbeiten begonnen. Die Inbetriebnahme der Wasserleitung erfolgte 1977. 1983 wurde ein neuer Hochzonenbehälter mit 1500 m³ Nutzinhalt erbaut, 1990 begann die intensive Suche nach Trinkwasser im eigenen Gemeindegebiet im Anningerstock. Die Bohrungen auf der Meiereiwiese waren erfolgreich. 1997 erfolgte der Ausbau und die Einspeisung des Tiefbrunnens Meiereiwiese und im November 2001 wurde die Transportleitung vom Pumpwerk Meiereiwiese zum Hochbehälter im Prießnitztal feierlich eröffnet. Dadurch ist eine optimale Versorgungssicherheit für Jahrzehnte garantiert.

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