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Geschichte

Der Wasserverband Verbundschiene Lavanttal kann auf eine kurze, bewegte Geschichte zurückblicken. Er wurde im Frühjahr 1994 in einer konstituierenden Sitzung des Verbandes und mit diesbezüglichen Beschlüssen in den einzelnen Gemeinderäten gegründet. Der Verband kann sich allerdings auf eine solide Tradition berufen. Die ersten Aufzeichnungen für eine Wasserversorgung im Lavanttal, im moderneren Sinn, gehen ins Jahr 1873 zurück. Hier wurde ein aus Holz gezimmertes Wasserreservoir in St. Andrä zur besseren Versorgung der Bevölkerung gebaut.

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1897 fasste die Gemeinde den endgültigen Beschluss zum Bau einer neuen öffentlichen Wasserversorgungsanlage. Bis zu diesem Jahr bestand nämlich die alte Wasserleitung aus hölzernen Rohren, welche von mehreren kleinen Quellen gespeist wurde. Für die Versorgung der Stadt Wolfsberg gehen die ersten Aufzeichnungen ins Jahr 1902 zurück. Dort wurde die erste Hochquellleitung von den Erlenloch- bzw. Hipfelquellen, die auf der Koralpe in 1.710 m liegen, nach Wolfsberg eröffnet. Diese Hochquellen sind bis heute noch in Betrieb. Im Zuge dieses Baues wurde ein dazugehöriges Versorgungssystem errichtet. Die Errichtung der GWVA St. Paul begann im Jahre 1905 mit dem Bau der Ortwasserleitung von der Wirtquelle-St. Martin. Die Errichtung der Wasserversorgungsanlage St. Georgen-Andersdorf begann im Jahre 1954 mit der Erschließung der Singerquelle I und II.

Als Erfinder des Wasserverbandes Verbundschiene Lavanttal - zu Beginn als „Regionswasserleitung" bezeichnet - gilt ein anerkannter „Wasserspezialist", der ehemalige Chef des Wolfsberger Wasserwerkes, BM Ing. Ernst Zlattinger. Er hatte im Lavanttal fast alle Wasserversorgungsanlagen geplant und wusste über die lokale Wassersituation bestens Bescheid. Aus eigenem Antrieb arbeitete Zlattinger Ende der achtziger Jahre eine Studie aus, die den Zusammenschluss der Wasserversorgungsanlagen der Gemeinden St. Georgen, St. Paul, St. Andrä und Wolfsberg durch eine überregionale Transportleitung vorsieht.

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Diese Wasserschiene sollte einen Wasserausgleich im mittleren und unteren Lavanttal ermöglichen und mithelfen, Verbrauchsspitzen problemlos abzufangen sowie die Wasserbereitstellung auch dann zu garantieren, wenn eine der örtlichen Anlagen aus irgendeinem Grund ausfallen sollte. Ing. Zlattinger lieferte auch einen möglichen Finanzierungsplan und argumentierte damals erfolgreich damit, dass das Lavanttal nie mehr so preisgünstig zu einer derart zukunftsweisenden Regionswasserversorgungsanlage kommen werde. Die Wasserschiene-Idee wurde vom damaligen Umweltreferenten LR Herbert Schiller begeistert aufgenommen.

Das Großprojekt erhitzte die Gemüter und stieß teilweise auf heftigen Widerstand. Was für die Einen „ein Jahrhundertprojekt, mit dem das Lebensmittel Nummer eins, das Wasser, in Zukunft für einen Großteil der Lavanttaler Bevölkerung gesichert werden könne" war, wurde für die Anderen „ein zu teures Großprojekt, das dem Wasserspargedanken nicht förderlich sei". Der Bauabschnitt 01 umfasste das Fassen der Rainzquellen, den Bau eines 400 m³ Hochbehälters sowie eine neun Kilometer lange Transportleitung von St. Georgen bis nach St. Paul.

Mit diesem über den Verband relativ günstig finanzierten Bauabschnitt kann nämlich die lokale Wasserversorgung von St. Georgen und St. Paul langfristig gesichert werden. Außerdem wird ein Teil des Wassers der Rainzquellen an die Transportleitung abgegeben. Dieser Bauabschnitt wurde im Jahr 1994 begonnen und im Jahr 1995 abgeschlossen.

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Der Bauabschnitt 02 umfasste die Fassung der Pfeiffer- und Lubiquellen sowie eine 13,5 Kilometer lange Beileitung bis zum Hochbehälter (100m³) in Burgstall bzw. zum Ostufer der Lavant in St. Andrä sowie Fernwirkanlage und Schaltwarte. Dieses Bauvorhaben wurde 1996 begonnen und 1997 fertiggestellt. Bei diesem Bauabschnitt wurde die Sanierung des Pöllingerbaches durchgeführt, um jegliche Verunreinigung der Quelle zu vermeiden (Fotos), denn sicher ist sicher! Mit diesem Bauabschnitt wurde die Wasserversorgung in der Gemeinde St. Andrä weitgehend komplettiert.

Der Bauabschnitt 03 umfasste die Errichtung der Verbundschiene von St. Paul bis Wolfsberg mit den Anschlussmöglichkeiten ins Netz Wolfsberg und zum Hochbehälter Paildorf. Dieses Bauvorhaben wurde 1997 begonnen und 1999 fertiggestellt. Ein Teilabschnitt (BA 31) betrifft die Verbindungsleitung Allersdorf-St.Paul und die Fassung der restlichen Rainzerquellen, die durch die Marktgemeinde St. Paul im Jahr 1987 von der Forstverwaltung Schütte erworben wurden. Die Verlegetechnik der Verbundschiene ist dem Pipeline-Bau abgeschaut. 400 Meter Schiene werden auf einmal durch zwei Bagger mit Verlegerrollen in den Rohrgraben abgesenkt.

Die politischen Wogen ob dieses Großprojektes haben sich zwischenzeitlich geglättet und die extremen Wetterkapriolen der letzten Jahre haben wahrscheinlich dazu beigetragen, dass deren Stichhaltigkeit nicht in Frage gestellt wird. Ganz im Gegenteil. Zurzeit gibt es für den Wasserverband weitere konkrete Überlegungen, um den derzeitigen Wassermangel im Tal zu beheben. Hierzu wurde eine Studie „Untersuchung zusätzlicher Einspeisemöglichkeiten" der Verbundschiene ausgearbeitet.

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