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Wasser ist Leben.

Geschichte

Wann eine Wasserversorgung im Sinne einer öffentlichen Dienstleistung einsetzte, ist nicht bekannt. In einem Protokoll aus dem 17. Jahrhundert, ist vermerkt, „was gemaine Stadt Khuefstain in deren Burgfrieden an Weg, Stög, Bruggen, Archen, Clausen, Rechen, Prunnen ... auf selbs aigen Unkosten zu erhöben und unterhalten hat". Ohne Zweifel aber sind diese Obliegenheiten bedeutend älter. Es gab damals elf öffentliche Brunnen im engeren Stadtgebiet mit Quell- beziehungsweise Bachwasser, wo sie mittels Holzröhren vor allem aus der Kienbergklamm in Betrieb gehalten wurden. Man liest nirgends, dass die Versorgung mangelhaft gewesen wäre, weder beim Trink- noch beim Nutzwasser.

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Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts aber begann dann die Bevölkerungszahl so zu wachsen, dass immer mehr öffentliche Brunnen gebaut und versorgt werden mussten und die Wasserversorgung deutlicher als bisher in das Blickfeld der Verwaltung rückte. Um 1870 ist von 23 Hauptbrunnen die Rede; soweit es sich um Röhrenbrunnen handelte, litten sie häufig unter Wassermangel; 1876 war der Wasserverlust in den morschen Holzröhren so groß geworden, dass man sie durch gusseiserne ersetzte. Dennoch ließen weit ernstere Schwierigkeiten mit der Wasserversorgung nicht lange auf sich warten. Gegen die hygienischen Verhältnisse des Trinkwassers tauchten immer hartnäckigere Bedenken auf und in Verbindung damit die Tendenz zur Verwendung von Hochquellwasser.

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Im Juli 1888 wurde in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung beschlossen, „die geeigneten Schritte einzuleiten" und noch im gleichen Monat durchforschte eine Kommission die Umgebung der Stadt nach eventuell brauchbaren Quellen und Wasserläufen. Nach sorgfältigen Vorerhebungen beschloss der Bürgerausschuss Jänner 1891 einstimmig, die Bezirkshauptmannschaft zu ersuchen, das Projekt Hofing-Quelle zu verhandeln. Unmittelbar danach meldete sich eine gewichtige Gruppe von Projektsgegnern zu Wort, ein wie sie sich selbst bezeichneten, „Consortium". Diese „gefertigten Hausbesitzer und Interessenten der städtischen Wasserleitung" fühlten sich durch die Beschlüsse des Bürgerausschusses „in ihren Rechten beeinträchtigt" und überreichten eine Beschwerdeschrift.

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Je mehr die Consorten gegen das Projekt Sturm liefen, desto entschiedener hielt der Magistrat daran fest. Im Dezember 1892 stimmte der Bürgerausschuss für die Nutzung der Hofing-Quelle, nachdem schon die Bezirkshauptmannschaft die wasserrechtliche Genehmigung erteilt hatte. Die Gemeinde baute zunächst in eigener Regie; mit 35 Mann errichtete sie 1893 die Quellfassung und die Brunnenstube. 1894 beschäftigte die Firma Rumpel & Niklas etwa ein halbes Jahr hindurch 300 Arbeiter - größtenteils Welschtiroler-, die in dieser erstaunlich kurzen Zeit Kufsteins neue Hochquellen-Wasserleitung fertig stellten. Gleichzeitig mit der Wasserversorgung wurde auch ein städtisches Elektrizitätswerk projektiert. Für dieses E-Werk sollte das Wasser hinter der Hofing-Quelle dem Kaisertalbach selbst entnommen werden.

Die Zuleitung des Bachwassers und die Zuleitung des Trinkwassers gedachte man in der Weise zu koppeln, dass man zwei Betonkanäle übereinander anordnete: der untere dient dem Quell-, der obere dem Nutzwasser. Diese gemeinsame Leitung wurde auch gebaut. Bis in den Herbst hinein hielten die Bauarbeiten die Stadt in Bann. Seit Juni bereits lagen mehr als 150 Anmeldungen für die Einleitung des Wassers vor. Am 7. Oktober 1894 wurde ohne besonderes Zeremoniell und im Verlauf einer Übung der Freiwilligen Feuerwehr die neue Wasserleitung offiziell in Betrieb genommen. Sie versorgte rund 200 Objekte, 20 öffentliche Brunnen und über 30 Hydranten.

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Infolge zunehmenden Fremdenverkehrs und wachsender Einwohnerzahl wurde kurz vor dem Ersten Weltkrieg eine neue Leitung gelegt. Die Stadt war nun von zwei Seiten aus versorgt, was sich bei eventuellen Betriebsstörungen als vorteilhaft erwies. 1911 wurde in Stafing ein Pumpwerk errichtet, die Leitung versorgte 24 öffentliche Brunnen, etwa 3000 Privatbrunnen und 126 Hydranten. Fast 20 Jahre lang und trotz kriegsbedingter zusätzlicher Beanspruchung zeigten sich bei der Versorgung keine Probleme. 1964/66 setzte man das Ausbauprogramm mit der Errichtung des Kavernenspeichers bei der „Kaiserwacht" fort. Kapazität: 2000 Kubikmeter, damals so viel wie ein halber Tagesbedarf.

Im Winter 1970 war die Quellschüttung mehr als üblich zurückgegangen; neuerliche Untersuchungen ließen erkennen, dass die Erschließung anderer Kaisertal-Quellen nicht wirksam genug sein würde. Daher beauftragten die Stadtwerke im November 1970 ein Ingenieurbüro mit hydrogeologischen Untersuchungen, um die Möglichkeit der Wassergewinnung aus dem Inntal zu ermitteln. Das Fürhölzl erwies sich dafür geeignet.

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Das Grundwasser im Fürhölzl kann den Wasserbedarf Kufsteins decken und die dort entnommenen Wasserproben zeigten stets einwandfreien Trinkwassercharakter. 1975 war der 75 m tiefe Brunnen einschließlich einer 560 m langen Leitung zum Hauptwasserschacht beim Elektrizitätswerk betriebsfertig. Eine Ultraviolett-Entkeimungsanlage mit UV-Durchlässigkeitsmessung verbundenen mit einer Kapazität von 100 Sekundenlitern wurde 1988 am Kaisertal-Aufstieg errichtet. Ein Neuer Behälter wurde geplant. Mit den Bauarbeiten wurde im Frühjahr 1993 begonnen, die Einweihung fand am 10. November 1994 statt.

Kurz nach der Modernisierung des Fürhölzl-Brunnen - die Versorgung konnte schließlich ganz auf das Grundwasser aus dem Fürhölzl-Brunnen umgestellt werden - wurde mit der Generalsanierung der 100 Jahre alten Kaisertal-Wasserleitung begonnen. Mit dem Wegfall der alten Leitung fiel aber auch die Wasserspeicherung in der Kaiserwacht-Kaverne aus. Mit der Ringleitung im Osten und Südosten der Stadt, die jüngste und aufwendigste Investition der Stadtwerke im Bereich der Wasserversorgung, ist die Wasserversorgung für die Zukunft und auch bei Notsituationen gesichert.

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