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Wasser ist Leben.

Die Geschichte

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Die Stadt Klagenfurt ist in der beneidenswerten Lage, über ausreichend qualitativ hochwertiges Grundwasser zu verfügen. Diese Errungenschaft ist jedoch relativ jung, und ein Blick in die Geschichte der Klagenfurter Wasserversorgung zeigt, dass die letzten 400 Jahre immer wieder von einem Wettlauf zwischen steigendem Bedarf und Erschließung neuer Ressourcen geprägt gewesen ist. Im mittelalterlichen Alt-Klagenfurt war die Trinkwassererschließung Sache der Stadtbürger selbst. Die Suche nach Quellen und das Schlagen von Brunnen mit all seinen Problemen gehörten zum Alltag der Menschen. Mitte des 16. Jahrhunderts musste daher die Entscheidung der Landstände - mit Hilfe einer Rohrleitung frisches Quellwasser aus der Sattnitz in die Stadt zu führen - als epochaler Fortschritt empfunden worden sein. Das Wohl der Bürger stand dabei nicht im Mittelpunkt, sondern vorerst eher ein dringliches Sicherheitskonzept für die Stadt. Die Überlegungen waren eng mit den Großbränden von 1514 und 1535 verknüpft, deren verheerende Wirkung gezeigt hatte, dass das Fehlen einer ausreichenden Wasserversorgung umfassende Löscheinsätze verhindert hatte.

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Aus der Quellfassung in der Sattnitz wurde über mehrere einfache Holzrohre Wasser zu dem nördlich der Glanfurt gelegenen Wasserturm geleitet. Von dort führte ein dünnes Bleirohr durch die St. Ruprechterstraße in die Stadtmitte. An mehreren öffentlichen Auslaufbrunnen und am alten Lindwurmbrunnen konnten sich die Stadtbewohner mit Wasser versorgen. Im 17. und 18. Jahrhundert gab es auch einige private Nutznießer des Sattnitzwassers, sie blieben jedoch Einzelfälle. Ein beamtetes Überwachungsorgan, der Landschaftliche Brunnenmeister, wurde geschaffen. Bis zum 19. Jahrhundert speiste die Sattnitzwasserleitung nur sechs Auslaufbrunnen und blieb so, wie sie im 16. Jahrhundert errichtet worden war, sodass sich die ständische Verwaltung 1819 zu umfassenden Reparaturarbeiten entschließen musste.

Kernstück der Sanierungen war der Ersatz der alten Holzrohre durch metallene auf einer Länge von ca. 2,3 km. Dass die ausgewählten Bleirohre nicht der Weisheit letzter Schluss waren, demonstrierte der extrem kalte Winter des Jahres 1832-33, im Zuge dessen viele Rohre zu Bruch gingen! Diese Sanierungsarbeiten waren die letzten größeren Aufwendungen, die die ständische Verwaltung in die Klagenfurter Wasserversorgung investierte. 1868 sah die nächste Etappe die kostenlose Überführung der Wasserleitung und der Brunnen in städtisches Eigentum vor. Kaum beeindruckt von dieser scheinbaren Großzügigkeit stimmte der Gemeinderat erst zu, nachdem sich das Land bereit erklärte, einen kräftigen Zuschuss zu den Erneuerungsarbeiten zu leisten. 1870 stellten die Stadtväter die Quellgründe in der Sattnitz unter Schutz. Ein Brunnenbauprogramm wurde beschlossen und realisiert und Ende 1875 die Modernisierung  des historischen Leitungssystems beendet.

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Durch den 1892-93 weiter regen Ausbau der Wasserversorgung wurde die Möglichkeit geschaffen, Wasser zu verkaufen. Erstmals wurden auch private Anschlüsse genehmigt. Nach der Jahrhundertwende wurde Straßenzug um Straßenzug an die Wasserleitung angeschossen. Dieser Umstand erforderte eine neuerliche Erweitung der Wassergewinnung. 1909 beschloss der Landtag eine Wasserleitungsordnung, welche eine Verpflichtung zum Anschluss an die Wasserleitung vorsah.

Schon 1921 trat erneut Wasserknappheit auf. Um den weiteren Ausbau finanzieren zu können, musste die Stadt die Mittel am Kapitalmarkt besorgen. 1930 wurde mit dem Bau des Wasserwerkes Straschitz begonnen. 1932 lieferte das neue Wasserwerk 970.000 m³ und das Rohrleitungssystem hatte die vorläufige Rekordlänge von 40 km mit 1389 Hausanschlüssen erreicht . 1937-38 wurde eine zweite Hauptrohrleitung gebaut; 1939 stieg durch die Einverleibung von Umfeldgemeinden die Zahl der Wasserkunden sprunghaft an. 1942 errichteten die Stadtwerke 6 neue Schachtbrunnen. Anschließend brachte der Bombenkrieg gigantische Wasserverluste. Zuletzt gelang es allerdings mit Hilfe der Wasserwerke Graz und Villach das Netz wieder herzustellen. Es dauerte allerdings bis zum Jahr 1949 bis auch die letzten Bombenschäden beseitigt waren.

1953 ging in Zwirnawald ein vierter Brunnen in Betrieb. Im selben Jahr wurde mit 6,7 km Rohrleitung die bis dato längste Etappe errichtet. Das Netz war damit 97 km lang geworden.

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Zwischen 1957 und 1960 wurde ein weiteres Wasserwerk, Straschitz II errichtet, 4 Zubringerleitungen in die Stadt gebaut und ein 4 ha großes Schutzgebiet geschaffen, 1965-66 folgten zwei weitere Brunnen. Der Ausbau der Wasserversorgung ging flott weiter, Mitte der 70-er Jahre bestand das Wasserwerk-Nord aus elf Brunnen. Dieses Werk wurde 1992-1998 umfassend renoviert. Als Sicherstellung der Wasserversorgung für die Zukunft gilt das Grundwasser im Osten der Stadt. 1987 wurde der Wasserverband Klagenfurt - St. Veit/Glan gegründet, und auch in den Karawanken ist das Wasserwerk zur Sicherung der Versorgung auf der Suche nach neuen Wasservorräten. Grundstücke und Quellen sind auch hier bereits angekauft worden. Alle geplanten Wassergewinnungsanlagen befinden sich in ausgewiesenen Schutz- und Schongebieten.

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