Umfeld
Die Wasserversorgung der Stadtgemeinde Imst wird ausschließlich mit Quellwasser versorgt. Das Einzugsgebiet befindet sich durchwegs nördlich des Stadtgebietes am Fuße des Laggers und der Plattein. Die Quellen treten etwa in 1000 bis 1500 m Seehöhe in unbelastetem Waldgebiet aus. Die 35 Quellfassungen schütten im Jahresschnitt zwischen 50 bis 80 1/sec, Trinkwasser.

Die lange Verweildauer des Wassers in den verschiedenen geologischen Schichten reinigt das Niederschlagswasser gründlich. Einer der wichtigen Standbeine der Imster Trinkwasserversorgung stellen in zweierlei Hinsicht die Alpeilquellen dar. Die beiden Quellen entspringen in ca. 1600 m Seehöhe und entwässern ein etwa 6,5 km2 großes Einzugsgebiet.

Bei beiden Quellen tritt das Wasser an mehreren Austrittsstellen aus. Bei der Ostquelle wurden Schüttungen von 80 bis 150 I/s gemessen, die Messungen an der Westquelle ergaben Schüttungen zwischen 60 und 90 I/s. Der Stadt Imst wurde wasserrechtlich vorerst eine Konsenswassermenge von 45 Liter/sec genehmigt.

Insgesamt dürften die beiden Quellen rund 6 Mio. m3 pro Jahr schütten. Beide Quellen konnten bei ihrem Austritt aus dem Felsen gefasst werden. In beiden Quellstuben sind Messeinrichtungen vorgesehen, die über die Jahre wichtige hydrologische Daten über die Schüttung der Quellen liefern werden.Von den Quellstuben gelangt das gefasste Wasser über kurze Sphärogussrohrleitungen zu einem Sammelbauwerk, in dem neben Vorkammer und Schieberkammer die Entnahmekammer mit ca. 20 m3 Nutzinhalt untergebracht ist.
Das hochwertige Quellwasser wirkt auch zur Verbesserung der Energieversorgung der Stadt mit. Auf Grund der Höhenunterschiede zwischen Quellfassung und Hochbehälter war es notwendig, den Druck vor der Einspeisung in den Hochbehälter zu reduzieren.
Die technisch, wirtschaftlich und ökologisch beste Lösung dafür war, die potentielle Energie des Wassers in elektrische Energie zu verwandeln. Deshalb wurde anstelle einer Druckreduzierung (Energievernichter) ein Trinkwasserkraftwerk gebaut. Vom Sammelbauwerk wird das Trinkwasser in einer 1.800 m langen Transportleitung aus duktilem Gusseisen (auch Sphäroguss genannt) zum Krafthaus geführt.

Die letzten 500 m musste die unwegsame Alpeilschlucht in einem Rohrstollen umgangen werden. Im Krafthaus wandelt eine Turbine zusammen mit dem Generator die kinetische Energie des Wassers in elektrische Energie um. Jährlich können damit über 4 Mio. kWh Ökostrom erzeugt werden. Die hydrologischen Gegebenheiten machen die Quellen für die Nutzung der Wasserkraft besonders interessant, da dadurch ein großer Anteil der Energie im Winter erzeugt (und konsumiert) werden kann.
Die Stromproduktion aus Trinkwasser ist äußerst umweltfreundlich. Selbstverständlich wurde aber auch besonderer Wert darauf gelegt, dass dabei das Trinkwasser in seiner Qualität nicht negativ beeinträchtigt werden kann. Durch die örtlichen Gegebenheiten ist für den Transport des Quellwassers aus den Quellen kein Pumpaufwand erforderlich.
12 Druckreduzieranlagen sorgen für eine reibungslose Trinkwasserversorgung in den tiefsten Lagen. Um die starken Verbrauchsschwankungen - in Imst ist der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und der durchschnittlicher Tagesbedarf kann auf über 5.000 m³ steigen - im Versorgungsgebiet auszugleichen, nützt das Wasserwerk 5 Behälter.
Sobald der Verbrauch größer wird als die momentane Förderung, geben die Behälter ihr gespeichertes Wasser wieder in das Netz ab. Die fünf Hochbehälter erreichen ein gesamtes Fassungsvermögen von 4100 m³. Das gewonnene Trinkwasser wird über 80 km Transportleitungen und 70 km Versorgungsleitungen verteilt. Der Pflichtversorgungsbereich umfasst eine Fläche von 10 km².
Das Rohrmaterial der Versorgungsleitungen besteht überwiegend aus duktilem Guss (auch Sphäroguss genannt), Grauguss und Stahl und variiert im Durchmesser von 200 - 50 mm. Das gesamte Rohrnetz - den überwiegenden Anteil im Anlagevermögen - wurde in den 90er Jahren zum Großteil ausgetauscht. Weiters sind für alle Fälle 270 Hydranten installiert und sichern den notwendigen Löschwasservorrat.
Gesteuert wird die gesamte Trinkwasserversorgung von einer zentralen Überwachungsanlage. Die Schaltwarte ist die Zentrale und das technische Herzstück der Wassergewinnung und Wasserverteilung der Stadt Imst. Die Fernübertragung der Daten (Messwerte, Sollvorgaben, Meldungen und Befehle) zwischen den Unterstationen erfolgt durch ein hochmodernes Fernmesssteuer- und -Überwachungssystem.
Die Wasserversorgung ist auch bei widrigen Witterungsbedingungen keineswegs gefährdet. Die Qualität des Imster Trinkwassers steht außerdem unter strenger Beobachtung und wird regelmäßig kontrolliert. Von einer staatlich autorisierten Wasseruntersuchungsstelle werden chemische und bakteriologische Untersuchungen durchgeführt. Sämtliche Trinkwasseranalysen liegen im Wasserwerk auf und können jederzeit eingesehen werden.
Die hygienischen Untersuchungen zeigen hervorragende qualitative Eigenschaften des Wassers, das trotz seines Einzugsgebietes im Kalkgebirge mit einer Gesamthärte, die zwischen 6 dH und 10 °dH schwankt, weich bis mäßig hart und leicht alkalisch ist. Um diese einwandfreie Qualität auch langfristig gewährleisten zu können, hat der Schutz der Ressource Trinkwasser oberste Priorität.
Das Einzugsgebiet und die Umgebung der Wassergewinnungsstellen sind meist dicht bewaldet. Der Wald ist ein bedeutender Wasserspeicher, der durch die Filterwirkung des Waldsbodens qualitativ hochwertiges Trinkwasser gewährleistet, landwirtschaftlich wenig genutzt und ständig kontrolliert wird. Auch so wird die Imster Wasserversorgung abgesichert.