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Geschichte

Eine ausreichende Wasserversorgung war immer ein wichtiges Kriterium für die Gründung einer Stadt. Die geologische Natur hat Feldkirch zusätzlich einen Schatz vor die Tür gelegt. Schon lange besaß die Montfortstadt mit der Ill, dem aus ihr abgeleiteten Mühlekanal, dem Gerber- und Metzgerbach und dem Feuerlöschkanal ein ausgeklügeltes Wasserleitungssystem. Das Wasser diente zur Versorgung der Bürger, als Löschwasser und dem Antrieb von Wasserrädern für die mittelalterlichen Betriebe (Mühle, Hammerwerk, Ziegelei usw.). Nach dem Feldkircher Stadtrecht war die Verunreinigung dieser Bäche, das Hineinwerfen von Steinen, Sand und Müll etc. strengstens verboten.

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Ein städtischer Grundwasserbrunnen, der „durch Räder und Stämpfelzug in einem Turm frisches, gesundes Trinkwasser hebet, das in die Stadt geleitet wird", ist bereits 1685 in der Prugger´schen Chronik beschrieben. Sie ist der früheste Nachweis einer Wasserversorgung in Feldkirch. Diese Wasserversorgung bestand bis zur Errichtung der Quellfassungen im Saminatal, der Quellableitung und dem Bau des Stadtrohrnetzes aus einem Brunnenhaus auf der Schießstätte, welches von einem Wasserrad am Mühlbach angetrieben wurde. Diese Brunnenanlage wurde in den Jahren 1883 u. 1884 erneuert. Die Leitungen zu den Brunnen in der Stadt bestanden größtenteils aus gebranntem Ton und zum Teil aus „Holzdeuchel".

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Bei Umgrabungen in der Innenstadt stößt man immer wieder auf alte Tonleitungen aus dieser Zeit. Diese Grundwasserfassung war mit Modernisierungen bzw. Erweiterungen bis in die 50-er Jahre in Betrieb. Von den früheren Anlagen sind noch zwei in der Marktgasse stehende, gusseiserne Brunnen aus dem Jahre 1862 an das Netz angeschlossen. Vor der Errichtung der Wasserversorgung, der so genannten Hochdruckleitung aus dem Saminatal, muss es immer wieder zu Streitereien über die Zuteilung von Wasser in den verschiedenen Kanälen gekommen sein.

Die Frage einer Neuregelung der städtischen Wasserversorgung Feldkirchs geht aus einem Bericht des Wasserversorgungskomitees zu Beginn des letzten Jahrhunderts heraus. In der Folge wurden verschiedene Varianten (Grundwassernutzung, Quellen Felsenau, Quellen Gampelin und Quellen Saminatal) einer tauglichen Wasserversorgung durch Fachleute und dem jeweiligen Komitee untersucht. Um genauere Unterlagen über die Quellen im Saminatale zu erhalten wurden vom Mitte 1901 bis Frühjahr 1903 7 Quellaustritte beobachtet und gemessen. Nach Abschluss der Beobachtungen wurde im Dez.1903 die Goppatobel-Quelle als bestgeeignete Quelle ausgewählt und ein Detailprojekt in Auftrag gegeben.

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Ebenso beeindruckend ist die der Planung zugrunde gelegte Leitungsdimensionierung, die zum größten Teil bis vor kurzem in Betrieb war. Der gesamte Höhenunterschied der Leitung beträgt 301 Meter, die gesamte Länge 9075 Meter. Für Feuerlöschzwecke und zu Straßensprengungen wurden 76 Überflurhydranten vorgesehen. Der Kostenvoranschlag wurde mit 300.000 Kronen veranschlagt. Im August 1905 wurde in der Gemeindeausschusssitzung der Beschluss zum Bau der Quellfassung im Goppatobel und der Ableitung bis nach Feldkirch sowie die Errichtung eines Reservoirs am Ardetzenberg gefasst. Für die Bevölkerung von Feldkirch wurde eine Menge von 150 Litern pro Tag und Kopf als angemessen betrachtet.

Die Planung dieser Wasserversorgung war auf 12.000 Personen ausgerichtet. Feldkirch hatte damals ca. 5.000 Einwohner. Die Goppatobel-Quelle ist heute noch in Betrieb und deckt mit einer zusätzlich gefassten Quelle ein Drittel des Bedarfs an Trinkwasser ab. Die Basis der modernen Feldkircher Wasserversorgungsanlage wurde damit geschaffen.

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Die Leitung und der Betrieb des Wasserwerkes erfolgte durch das Bauamt der Stadt Feldkirch. Ende 1908 beschloss die Stadtvertretung das E-Werk mit dem Gas- und Wasserwerk in der kaufmännischen und technischen Leitung zusammenzulegen und die vereinigten Werke handelsrechtlich unter der Firma „Stadtwerke Feldkirch" eintragen zu lassen.

Mit der Bevölkerungszunahme nach dem 2. Weltkrieg vermochte die vorhandene Wasserdarbietung den Bedarf nicht mehr zu decken. Bei Trockenperioden mussten Teile des Versorgungsnetzes zeitweise abgeschaltet werden, um die Wasserversorgung überhaupt noch aufrechterhalten zu können. So entschlossen sich im November 1950 die Stadtwerke zur Ausarbeitung eines Projektes zur Erschließung von Grundwasser in der Felsenau. Die Detailplanung sah die Verwirklichung in mehreren Bauabschnitten vor, das Detailprojekt wurde 1952 genehmigt. Der erste Bauabschnitt erfolgte in den Jahren 1956 bis 1959.

Der Kern der Anlage sind 3 Vertikalfilterbrunnen mit einer mittleren Tiefe von ca. 35 Metern. 1980 erfolgte eine Fassungserweiterung. Entsprechende Pumpwerke und Überwachungsanlagen wurden zusätzlich eingerichtet. In die letzten Jahre wurde das gesamte Rohrnetz zu fast 70 % erneuert und 2003 wurde mit der Fertigstellung der 2. Transportleitung ein Meilenstein in der Versorgungssicherheit gelegt. Last but not least wurden der Bevölkerung am 14. Juni 2008 auf dem Adetzenberg die neuen Hochbehälter der Trinkwasserversorgung präsentiert. Die Zukunft der Wasserversorgung in der Montfortstadt ist damit für weitere Jahrzehnte gesichert.

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