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Die
steirische Kleinstadt Hartberg liegt zwischen Wien und Graz in der
waldreichen Hügellandschaft des oststeirischen Alpenvorlandes. Schon in
der jüngsten Steinzeit gab es in der Gegend um Hartberg eine Siedlung.
Im 3. Jhdt. v. Chr. entstand am Ringkogel, dem Hausberg der Hartberger,
eine der bedeutendsten urgeschichtlichen Siedlungen der Steiermark,
umgeben von einer mächtigen Ringwallanlage. Gegründet wurde Hartberg von
Markgraf Leopold I. von Steyr bald nach 1122 als erste Traungauer-Pfalz
auf steirischem Boden. Diese bestand zunächst lediglich aus Burg, der
Johannes-Kapelle, einem Meierhof und einer Mühle. Südostwärts erstreckte
sich der 1128 erstmals urkundlich erwähnte Markt mit einer dem hl.
Martin geweihten Kirche. Die erste urkundliche Nennung als "civitas"
(Stadt) stammt aus dem Jahre 1286. Hartberg wurde durch seine politische
Stellung Zentralort des Landes und als solche größer und wichtiger als
Graz - erst später übernahm die heutige Landeshauptstadt diese Funktion.
1469 eroberte der kaiserliche Söldnerführer Andreas Baumkircher
Hartberg; wenige Jahre später verwüsteten Truppen des ungarischen Königs
Matthias Corvinus die Stadt. 1532 zogen die Türken – glücklicherweise -
an der Stadt vorbei. Hartberg verblieb bis 1529 im Besitz des
Landesfürsten und wurde in diesem Jahr an den damaligen Landeshauptmann
Siegmund von Dietrichstein verkauft. Später war die Stadt durch längere
Zeit im Besitz der Fürsten Paar, die im Schloss Hartberg residierten und
sich vor allem im 17. Jh. als Hofpostmeister einen Namen machten.
Bei
einer Brandkatastrophe im Jahr 1715 wurde Hartberg großteils zerstört.
In Spätmittelalter und in der Neuzeit war die Stadt ein bedeutsames
Bollwerk gegen die Türken, Ungarn, Hajduken und Kuruzen. Aus der reichen
und wechselvollen Vergangenheit sind viele Kulturdenkmäler erhalten.
Hartberg zählt zu den besterhaltenen Altstädten der Steiermark. Am
bekanntesten ist der romanische Karner mit seinen eindrucksvollen
Fresken, der wahrscheinlich aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts
stammt. Ein anderes Wahrzeichen der Stadt, das Schloss Hartberg, stammt
aus dem Beginn des 12. Jahrhunderts. Die ehemalige mittelalterliche Burg
wurde 1572 vom Geschlecht der späteren Fürsten Paar erworben und im
Renaissancestil in ein Schloss umgebaut. Trotz oder wegen dieser reichen
Vergangenheit blickt Hartberg resolut in die Zukunft. Dank seiner
strategisch günstigen Lage - die vorhandenen Verkehrsverbindungen und
Kommunikationseinrichtungen erschließen sowohl die Märkte der
Europäischen Union als auch die Hoffnungsmärkte in Osteuropa - locken
neue Absatzmärkte und Kooperationsmöglichkeiten. Das Ballungszentrum der
nördlichen Oststeiermark setzt auf Ökotechnik und neue technologische
Entwicklungen, Handel und internationale Netzwerke. Vor allem im Bereich
der Forschung & Entwicklung und dem Einsatz von neuen Technologien im
Umwelt- und Energiebereich nimmt sie eine wesentliche Position in
der Steiermark ein. Umwelt steht allerdings nicht nur im
wirtschaftlichen Bereich ganz oben: Mit dem Hartberger Gmoos besitzt die
Stadt eine Naturlandschaft von hervorragender Qualität und
Einzigartigkeit im unmittelbaren Randbereich. Als Feuchtgebiet mit
seinen unterschiedlichen Lebensräumen und seinem speziellen Kleinklima
bietet es in einer von Landwirtschaft und Stadtentwicklung geprägten
Landschaft einen einzigartigen Überlebensraum für eine Vielzahl von
Tieren. Es ist daher auch kein Zufall, dass gerade hier über 70
gefährdete Tierarten, vor allem Vögel, noch entsprechende
Lebensbedingungen vorfinden. |