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Die Stadt mit
bestem Quellwasser über eine Großleitung zu versorgen hat in Wien Tradition. Bereits
1800 Jahre vor dem Bau der 1. Wiener Hochquellwasserleitung ließen die Römer
Quellwasser vom Wienerwald (aus dem Gebiet des heutigen Perchtoldsdorf und
Gumpoldskirchen) in den damals entstehenden Legionsstandort Vindobona leiten.
Bei verschiedenen
Bauarbeiten wurden immer wieder Reste einer Wasserleitung gefunden, die von
Süden her auf das Wiental zuführt.
Bei
der Überquerung des Tullnertalbaches dürfte ein Aquädukt nötig gewesen sein, von
dem nur die Reste der Fundamente übrig geblieben sind. |
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Das
Gefälle der zirka 2,5 Kilometer langen Strecke betrug nur 1,46
Meter. Leider sind weder der Anfangs- noch der Endpunkt
der Wasserleitung gefunden worden. Die geringste Tagesleistung
der Wasserleitung betrug etwa 5000 Kubikmeter d. h. nach den
heutigen Verhältnissen könnte mit dieser Wasserleitung eine
Bevölkerung von knapp 15.000 Leuten versorgt werden.
Um 400
n. Chr. brachte das Ende des Römischen Reiches einen
empfindlichen Rückschritt Mit der Zeit vergaß man auch die Kunst
des Wasserleitungsbaues. |
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Bis ins
16. Jahrhundert stammte das Wiener Trinkwasser entweder aus Quellen,
die zu Tage traten und mit natürlichem Gefälle abgeleitet bzw. deren
Wasser in Reservoirs gesammelt wurden, oder es stammte aus
unterirdischen Quellen. Durch Bohrungen konnte man artesische und
laufende Brunnen gewinnen. Das Wasser wurde mit Hebemaschinen,
Pumpen (Schöpfbrunnen) oder mit Eimern aus Zisternen an die
Oberfläche geschöpft. Die in Wien genutzten Quellen entsprangen vor
allem an den Bergabdachungen und Taleinschnitten bei Sievering,
Döbling, Hernals, Ottakring, auf der Schmelz und am Wienerberg. |
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Bei
der nach und nach vollzogenen Vergrößerung der Stadt und der
steten Zunahme der Bevölkerung reichte bald die
Brunnen-Wasserversorgung nicht mehr aus. So klagte man bereits
Anfang des 16. Jahrhunderts über einen Mangel an Trinkwasser,
das nach heutigen Vorstellungen allerdings keineswegs die
Bezeichnung „Trinkwasser" verdiente.
Die
fortschreitende Verseuchung des Bodens
-
bis 1724 hatte Wien keine Kanäle
-
führte zu regelrechten Brunnenvergiftungen. Mit Hilfe der Magie
des Aberglaubens wurde versucht, die mangelnde Technik in der
Wasserversorgung auszugleichen. So ist es nicht verwunderlich,
dass Infektionskrankheiten wie Cholera,
Typhus oder Pest häufig
epidemisch auftraten. Hygiene im
heutigen
Sinne war fremd. |
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Erst
als sich Wien zu Beginn der Neuzeit zu einem größeren Gemeinwesen
entwickelt hatte, und Residenz der Habsburger geworden war, ging man
wieder an den Bau zentraler Wasserversorgungsanlagen. Die erste
belegte Wasserleitung wurde um das Jahr 1553 errichtet. Diese "Siebenbrunner
Hofwasserleitung" versorgte die kaiserliche Burg und einige andere
Gebäude der Inneren Stadt, viel später auch einen Gemeindebrunnen am
Margaretenplatz. 1565 folgte die älteste städtische
Leitung, die "Hernalser
Wasserleitung". Sie lieferte Wasser aus dem heutigen 17. Bezirk bis
zu einem Brunnenhaus am Hohen Markt. |
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Die
meisten dieser Wasserleitungen waren Gefällsleitungen, die das
Wasser aus Quellen des Wienerwaldgebietes der Stadt zuführten und
waren zur besseren Wasserverteilung und gegenseitigen
Aushilfslieferungen teilweise auch miteinander verbunden. Die
Errichtung dieser kleineren Leitungen konnte den Wassernotstand
allerdings nicht lindern. Im 18. Jahrhundert wurden der "Wassermann"
und das "Wasserweib", die Wasser aus einem Fass zum Verkauf anboten,
typische Figuren im Wiener Stadtbild. Erst die "albertinische
Wasserleitung" (1804 - führte von Hütteldorf nach Wien und versorgte
vier Vorstädte mit Quellwasser) und die "Kaiser-Ferdinands-Wasserleitung"
(1841/46 - die erste Wasserleitung mit verzweigtem Rohrnetz,
lieferte Grundwasser aus dem Donaukanalbereich) bildeten den Auftakt
zu einer besseren Versorgung der Stadt. |
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Als
sich Wien mit der im Jahr 1850 begonnenen Eingemeindung der
Vorstädte zur Großstadt zu entwickeln begann, reichte die
Wasserversorgung dann endgültig nicht mehr aus. Die große Wende fand
1864 statt als der Wiener Gemeinderat den Bau der I. Wiener
Hochquellenleitung beschloss. Sie wurde von dem Geologen und
Gemeinderat Prof. Eduard Suess geplant und von Bürgermeister Cajetan
Felder realisiert. Diese Leitung sollte die
Trinkwasserversorgung
mengenmäßig auch für die Vorstädte sichern und qualitativ so weit
verbessern, dass keine gesundheitliche Gefährdung der Bevölkerung
mehr zu befürchten war. |
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In nur drei Jahr
der Bau
der
90
Kilometer langen
I.
Hochquellenleitung, die Fassung der Kaiserbrunnquelle
sowie
die Errichtung des Wiener Verteilungsrohrnetzes -
übrigens schon Maria Theresia schätzte die
Qualität dieses
Wassers, sie ließ sich das Wasser aus dem Kaiserbrunnen in
Fässern und auf Pferderücken an den Hof bringen.
Am 24. Oktober 1873 wurde die I. Wiener Hochquellenleitung mit
der Inbetriebnahme des Hochstrahlbrunnens am Schwarzenbergplatz
durch Kaiser Franz Joseph I. eröffnet. Sie kostete 16 Millionen
Gulden und wurde zum Symbol für die Befreiung von Wassernot und
Seuchengefahr. Für den privaten Gebrauch wurden nun die
ehemaligen Hausbrunnen durch die
Gangbassena
abgelöst. |
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Es
kam zum verstärkten Ausbau
von
Hochdruckleitungen, die eine Zuleitung bis in die obersten
Stockwerke ermöglichten. Nun musste das Wasser nicht mehr über die
Stufen hinaufgeschleppt, sondern konnte im selben Stock entnommen
werden.
1888 waren bereits über 90 Prozent der bewohnten
Häuser des damaligen Stadtgebietes an die neue Leitung
angeschlossen.
Dies führte zu einem Anstieg des
Wasserverbrauchs.
Die Eingemeindung der Vororte (1890/92) führte
schließlich zu Versorgungsschwierigkeiten.
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Nach
umfangreichen Vorarbeiten wurde 1900 der Grundstein für die II.
Wiener Hochquellenleitung gelegt. Sie wurde unter Bürgermeister Karl
Lueger mit dem finanziellen Aufwand von 100 Millionen Kronen
errichtet. Die Finanzierung des Baus erfolgte mittels Anleihen.
10.000 Arbeiter waren mit dem Bau der über 170 Kilometer langen
Wasserleitung von den
Quellwässern aus dem steirischen Salzatal im
Hochschwabgebiet bis nach Wien beschäftigt. Über 100 Aquädukte und
19 Düker mit Längen bis zu 2,5 Kilometer mussten zur Über- bzw.
Unterquerung von Flüssen und Tälern errichtet werden. |
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Am 2.
Dezember 1910 wurde die II. Wiener Hochquellenleitung durch Kaiser
Franz Joseph I. im Festsaal des Wiener Rathauses eröffnet. Aus
diesem Anlass wurden die beiden Springbrunnen im Rathauspark
erstmals mit Hochquellenwasser betrieben. Der Bau dieser
Wasserleitung hatte einen sehr positiven Einfluss auf die
Volksgesundheit. Mit der gesicherten Frischwasserversorgung konnten
in allen Bezirken Wiens Brause- und Volksfreibäder errichtet werden.
Der Ausbau der neu verlegten Rohre mit der Einleitung der zweiten
Hochquellenwasserleitung kippte abrupt mit dem Beginn des ersten
Weltkrieges. |
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Erst in
den 1930er Jahren wurde wieder der Ausbau des
öffentlichen Rohrnetzes fortgesetzt, wobei auch Kriegsschäden aufzuarbeiten
waren. Mitte der 1940er Jahre folgte der nächste Einbruch durch die
Kampfhandlungen des zweiten Weltkrieges. Der eigentliche Aufschwung
erfolgte ab 1950, dem ein Höhepunkt um 1970 und ein weiterer um 1990
folgten. In den frühen 70er Jahren - das
Rohrnetz war bereits mehr
als 3.000 km lang - betrugen die Wasserverluste durch das Rohrnetz
noch etwa 25 Prozent. Um diese Wasserverluste zu reduzieren, wurde
ein umfangreiches Sanierungsprogramm
gestartet. |
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Dadurch
liegt der Wasserverlust heute nur mehr bei ca. zehn Prozent, was im
internationalen Vergleich sehr niedrig ist.
An
Ersatzmöglichkeiten wurde auch gedacht, um den durchschnittlichen
Tagesbedarf Wiens, etwa 400.000 Kubikmeter
Wasser, unter allen
Umständen bereitstellen zu können. Denn auch Sonder- und Notfälle
müssen kalkuliert werden, etwa die Möglichkeit eines dauerhaften
Ausfalls einer Hochquellenwasserleitung. |
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Seit 1998 besitzt das Grundwasserwerk Moosbrunn die
Betriebsbewilligung. Eine zusätzliche Aufarbeitungsanlage wurde
2006 in
Betrieb genommen. Auch für Wasserspeicher finden sich im
Ausbaukonzept „Unser Wasser 2010" rege Ausbaupläne. Zuletzt wurden
die Behälter Michaelerberg, wurden die Behälter Michaelerberg,
Schafberg I
und
Jubiläumswarte um- bzw. neu gebaut.
Für die
kommenden Jahre ist der Umbau der Behälter Cobenzl und Wienerberg
geplant, die Geschichte geht weiter …! |
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